„Die Treppe ist doch der einfachste Weg“, sagt Michael Raser, ignoriert den Aufzug in die fünfte Etage der Ruhrlandklinik und macht seinem Namen alle Ehre. Er ist ja auch im Training, hat gerade den Toubkal in Marokko bestiegen – mit 4.167 Metern der höchste Berg Nordafrikas. Allerdings mit einer transplantierten Lunge.

Der grün und rot gefärbte Irokesenschnitt deutet die musikalischen Vorlieben von Michael Raser an. Auf dem Wacken-Festival 2014 war es denn auch, als er merkte: Ein normales Leben ist von nun an nicht mehr möglich. Raser hat Mukoviszidose, ein Gendefekt, der den Transport von Wasser und Salz im Körper verändert. Die Krankheit lässt vor allem die Lungen verschleimen, schädigt jedoch auch andere Organe. Früher, als die Ärzte Rasers Eltern die Diagnose mitteilten, glaubte man, dass das Kind kaum länger leben werde als 20 Jahre. Doch heute ist Raser 35, hat als Koch und Küchenchef gearbeitet, zum Programmierer umgeschult, hat 13 Jahre lang Basketball gespielt und bis zu jenem Festival ein buntes Leben geführt.