Eine große Menge Wodka sollen zwei Jungen in Herne einer 14-jährigen Mitschülerin gegen ihren Willen eingeflößt haben, bevor sie sie am Sportpark Eickel in ein Gebüsch zogen. Ob es dort zu einem sexuellen Übergriff kam, muss nun die Polizei ermitteln. Der Fall ereignete sich schon am 13. Mai, wurde aber erst am Mittwoch bekannt, nach der Berichterstattung über zwei Übergriffe in Mülheim. Dort hatten Gruppen von Kindern und Jugendlichen eine Frau vergewaltigt und eine 15-Jährige begrapscht.

Der Herner Fall sei anders gelagert, sagt Polizeisprecher Volker Schütte, da sich die Jungen und das mutmaßliche Opfer „sehr gut kannten“. Doch gemeinsam ist ihnen, dass sexualisierte Gewalt von sehr jungen Tatverdächtigen ausgegangen sein soll. Eine Häufung von Vergewaltigungen und sexueller Nötigung durch Kinder und Jugendliche ist aus der Polizeistatistik nicht abzuleiten. Zwar zeigt der Zehnjahresvergleich für NRW eine Zunahme von 190 auf fast 300 Fälle im Jahr 2017, aber die ist statistischer Natur, da kurz zuvor neue Straftatbestände geschaffen wurden. Vergleicht man die Zeit davor, gab es 2016 ungefähr gleich viele Fälle wie 2008.