Mancher hat das göttlich gefunden, ein Zeichen des Himmels: Kein Hagel, kein Blitz und kein Donner störten die Eröffnungsfeier des 37. Evangelischen Kirchentages am Mittwoch. 40.000 feierten in Dortmund, die meisten in allen vier Richtungen einer Kreuzung, was schließlich von „Kreuz“ kommt. „Lobe den Herren“, sangen sie, „der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet“ – und sonst mit nichts.

Dortmund ist jetzt grün. Politisch auch, aber darum geht es nicht (zumal Kirchentagspräsident Hans Leyendecker sagt, für ihn sei die Veranstaltung „noch nie eine linke“ gewesen, sondern eine konservative). Für fünf Tage ist die größte Stadt in Westfalen „die grünste Stadt in Deutschland“; die Zeiten, in denen Kirchentage lila waren, sind offenkundig vorbei. Jeder Mast und jede Kirche trägt eine von 1400 grünen Fahnen, die Eintrittskarte ist grün, das 600 Seiten dicke Programm mit seinen 2399 Veranstaltungen und natürlich der Schal; selbst den Puppe gewordenen BVB-Helden im Stadion haben sie ihn umgehängt. Die Farbe verdeckt, dass Dortmund, das sich die Großveranstaltung fast drei Millionen Euro kosten lässt, nicht ganz fertig geworden ist mit seinen Vorbereitungen, manche Baustelle musste es grob übertünchen.