Gericht

Ärzte untersuchten Blut und Chromosomen von Marcel Heße

Der Angeklagte Marcel Heße mit seinem Verteidiger Michael Emde.     

Der Angeklagte Marcel Heße mit seinem Verteidiger Michael Emde.    

Foto: Jörn Hartwich

Herne/Bochum.   Leidet der mutmaßliche Doppelmörder Marcel Heße an einer versteckten Krankheit? Nun liegt das Ergebnis einer Chromosomenanalyse vor.

Im Doppelmord-Prozess gegen Marcel Heße aus Herne deutet weiter alles auf eine volle Schuldfähigkeit des 20-Jährigen hin. Auch eine Blutuntersuchung hat keine Hinweise auf versteckte Krankheiten gebracht.

Zuletzt war im Prozess die Frage aufgetaucht, ob der Angeklagte möglicherweise an dem seltenen Klinefelter-Syndrom erkrankt ist. Symptome könnten unter anderem ein geringes Selbstvertrauen, Stimmungsschwankungen und Wutausbrüche sein. Um sich Klarheit zu verschaffen, hatten die Richter eine Blutuntersuchung inklusive Chromosomenanalyse angeordnet.

Gutachter: Analyse ist unauffällig

Das Ergebnis war jedoch negativ. „Die Analyse ist unauffällig“, hieß es in einem Bericht des Uniklinikums Essen, der am Montag vor dem Bochumer Landgericht verlesen wurde. „Das Klinefelter-Syndrom konnte nicht nachgewiesen werden.“

Damit ist medizinisch nach wie vor unklar, wie es dazu kommen konnte, dass Heße im März erst den neunjährigen Nachbarjungen Jaden und anschließend seinen Ex-Schulkollegen Christopher umgebracht hat; die Taten hat er im Prozess gestanden. Weiteren Aufschluss sollen nun die Psychiater bringen.

Der Angeklagte präsentierte sich am letzten Verhandlungstag des Jahres wie immer völlig emotionslos. Als die Richter die Tatortberichte der Polizei verteilten, nahm er sie sich zur Lektüre mit in die Zelle. Der Prozess wird am 8. Januar (10 Uhr) fortgesetzt.

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