Plante der Armbrust-Mann den IS-Terror?

An Rhein und Ruhr.   Das Gesicht des Terrors, es sollte eigentlich anders aussehen als dieser junge Mann, dem die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Dortmund die Vorbereitung eines islamistischen Sprengstoffanschlages vorwirft. Doch Iwan K. (21), Deutsch-Kasache, bedient das Klischee des finster blickenden Islamisten nicht. Ein schlaksiger Typ ist er, glattrasiert, schulterlange glatte Haare, feminine Gesichtszüge. Die Öffentlichkeit sieht sein Gesicht nicht. Iwan K. verbirgt es hinter einem Aktendeckel.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das Gesicht des Terrors, es sollte eigentlich anders aussehen als dieser junge Mann, dem die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Dortmund die Vorbereitung eines islamistischen Sprengstoffanschlages vorwirft. Doch Iwan K. (21), Deutsch-Kasache, bedient das Klischee des finster blickenden Islamisten nicht. Ein schlaksiger Typ ist er, glattrasiert, schulterlange glatte Haare, feminine Gesichtszüge. Die Öffentlichkeit sieht sein Gesicht nicht. Iwan K. verbirgt es hinter einem Aktendeckel.

Der Mann, der vor zwei Jahren zum Islam konvertierte und laut Anklage einer „radikal-islamistischen Glaubensrichtung“ anhängt, verbirgt am Mittwoch auch, was er hinter seiner Stirn geplant hat. Er will vor der Staatsschutzkammer schweigen. Auch die Anklage sagt nur vage, dass er in Deutschland einen Anschlag geplant habe. Staatsanwältin Alina Hildesheim stützt sich auf Indizien. „Mutmaßungen“, sagt Verteidiger Bleicher.

Aufmerksam wurden die Behörden auf den zuletzt in Lippstadt wohnenden Iwan K., als türkische Sicherheitskräfte ihn im Oktober 2015 im Grenzgebiet zu Syrien festnahmen. Sie schickten ihn zurück. Jetzt galt er den deutschen Behörden als „Gefährder“, als Sympathisant des IS. Fortan beobachteten sie ihn. Nach der Türkeireise, soll er jeglichen Kontakt zur Familie abgebrochen haben. Außerdem hielt er sich nach Erkenntnissen der Polizei in der Hildesheimer Moschee des als Salafist bekannten Abu Walaa auf.

Im Sommer 2016 soll Iwan K. den Entschluss zum Anschlag gefasst haben. Am 10. Februar griffen die Fahnder zu. Kurz zuvor hatte er legal eine potenziell tödliche Armbrust gekauft. Als er seine Pension bei Lippstadt mit der Waffe in einer Tasche verließ, nahmen sie ihn fest, durchsuchten sein Zimmer. Danach waren die Fahnder sicher, dass ein Anschlag kurz bevorstand. Denn auf einem USB-Stick soll ein Video mit detaillierter Anleitung zum Bombenbau gespeichert worden sein.

Dazu passten auch Gegenstände im Zimmer, die im Video als Bestandteile zur Herstellung eines Sprengsatzes genannt wurden: eine Glasschüssel, ein Fieberthermometer, eine 20 ml-Kanüle, eine Weißblechdose, eine 9-Volt-Batterie, ein Stromschalter mit Kabel und ein Stoffsäckchen, in das laut Anklage Münzen gepackt werden sollten. Als Splittergeschosse hätten sie eine tödliche Wirkung entfaltet. Verteidiger Bleicher spricht von „Alltagsgegenständen“, die keinen Anschlagsplan beweisen könnten. Der Ausgang des Strafverfahrens gegen Iwan K. sei offen, sagt er.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben