Duisburg hat gute Chancen, die Zahl von „Spaghetti-Knoten“ im Autobahnnetz von eins auf drei zu erhöhen. Denn im Zuge des geplanten sechsspurigen Ausbaus der Autobahn A 59 zwischen dem Kreuz Duisburg und der Anschlussstelle Marxloh müssen auch zwei Autobahnkreuze leistungsfähiger gemacht werden für den Verkehr der Zukunft.

Rund 104 000 Fahrzeuge rollen derzeit über diesen Autobahnabschnitt, erläuterte Anne Höckber, Projektleiterin bei Straßen NRW, gestern im Ausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Verkehr. Bis 2030 werde die tägliche Fahrzeugmenge vermutlich auf 122 600 steigen. Die Verkehrsbelastung ist ein Grund, der den Ausbau der Nord-Süd-Achse so dringend macht. Der andere ist der Zustand von drei Brücken im Verlauf der 6,5 Kilometer langen, derzeit vierstreifigen Strecke, die auf einen Längenanteil von 40 Prozent kommen. Dazu zählt vor allem die Berliner Brücke über den Hafen, die 2014 umfassend saniert worden ist, aber zu Jahresbeginn wieder neue Risse sichtbar werden ließ.

Eines der anspruchsvollsten Projekte in NRW

Es sei „eines der anspruchsvollsten Projekte, das in Nordrhein-Westfalen geplant wird“, sagte Christoph Neumann, Leiter der Straßen NRW-Planungsabteilung, bei der Vorstellung der Ausbauplanung. Die Kosten werden auf über 333 Millionen Euro kalkuliert.

Eine weitere Herausforderung für die Planer: Die drei zu ersetzenden Brücken wurden seinerzeit einteilig gebaut. Das heißt, man kann nicht, wie bei modernen Bauten meist möglich, den gesamten Verkehr auf eine Hälfte der Brücke lenken, um die andere Hälfte abreißen und durch einen Neubau ersetzen zu können. Danach würde man mit der verbliebenen Brückenhälfte ähnlich verfahren. Gleichwohl bleibt der Anspruch der Projektbeteiligten bei Straßen NRW, während der Bauzeit stets zwei Fahrspuren pro Richtung benutzbar zu halten.

Verschiedene Varianten für den Ausbau

Während die Planer bei der Berliner Brücke schon wissen, dass ein Ersatzneubau wegen der U-Bahn-Trasse im Untergrund nur westlich des bestehenden Bauwerks errichtet werden kann, gibt es beim restlichen Autobahnausbau verschiedene Varianten, die jetzt geprüft werden müssen. Auch über Teilstücke in Tunnellage werde nachgedacht, erklärte Höckber. Diese müssten in offener Bauweise angelegt werden. Ein bergmännisches Verfahren sei nicht möglich. 2023 muss spätestens mit dem Bau begonnen werden, weil die alten Brücken merklich in die Jahre gekommen sind. Spätestens 2029 sollten sie ersetzt werden.

Die Ratsfraktionen sind sich weitgehend einig im Wunsch, beim Autobahn-Neubau auch einen begleitenden Radweg anzulegen. Planungsdezernent Carsten Tum erklärte, es seien von der Stadtspitze bereits Briefe an die Landes- und Bundesverkehrsminister mit einem entsprechenden Wunsch gegangen.

>>>EINE AUTOBAHN IN DREI TEILSTÜCKEN

Die A 59 ist eine Autobahn aus drei Teilen. Und dabei wird es auch bleiben. Die Teilstücke werden durch die Großstädte Düsseldorf und Köln getrennt.

Den Nordteil bildet die Duisburger Stadtautobahn, in den
60er Jahren entstanden als „Nord-Süd-Achse“. Sie geht im Süden in Richtung Düsseldorf in die B 8 n über.

Vom Süden Düsseldorfs bis nach Leverkusen gibt es dann einen mittleren Teil der A 59, der am nördlichen Kölner Ring endet. Am entgegengesetzten Teil des Rings beginnt wieder eine A 59, die als Zubringer zum „Köln Bonn Airport“ und Verbindung nach Bonn zu den viel befahrenen Autobahnen gehört.

Insgesamt ist die A 59 rund 74 Kilometer lang. Sie hat 37 Anschlussstellen und elf Autobahnkreuze.