„Geheimniskrämerei“ war nur einer der Vorwürfe, der der Polizei in Iserlohn am vergangenen Samstag vorgehalten wurde. Nur kurz nachdem ein Mann am Stadtbahnhof zwei Menschen mit einem Messer abgestochen hatte, sah sich die Polizei über soziale Netzwerke mit Forderungen konfrontiert, die Nationalität des Täters zu nennen. Am Donnerstag nun bezog die Polizei Stellung zu ihrer Informationspolitik. Und es zeigt sich, dass Polizeibehörden in NRW verschieden mit dem Thema umgehen.
Unter der Überschrift „Was die Polizei wann (nicht) sagt und warum“ sah sich die Polizei im Märkischen Kreis veranlasst, auf mehrere Vorwürfe zu reagieren. Etwa, dass sie am Samstag hätte schneller und intensiver über das Geschehen informieren sollen: „Gerade bei frischen Ermittlungen kann die Polizei oft nicht alles sagen“, entgegnete die Polizei. Bei Todesfällen etwa hätten Angehörige Priorität, auch damit sie eben nicht aus anderen Quellen eine Todesnachricht erhielten. Auch dürften Ermittlungen nicht gefährdet werden, dadurch „dass Dinge zu früh an die Öffentlichkeit kommen“.


