Paula Kohlschein hatte sich gerade damit abgefunden: dass sie ihren Traumberuf nie ausüben, dass sie niemals Ärztin sein würde. Jahrelang hatte sich die 24-Jährige um einen Studienplatz für Medizin beworben – und Absage um Absage kassiert. Ihr Abi-Schnitt von 2,1 ist kein schlechter, aber er reichte nicht. Sie entschied sich für eine Ausbildung in der Pflege, machte ihr Examen als Krankenschwester. Es reichte immer noch nicht. Wenige Tage nachdem sich die junge Frau aus Waltrop für einen neuen Weg entschieden und sich im Frühjahr an der Uni Witten/Herdecke für das Fach „PPÖ“ (Philosophie, Politik & Ökonomik) eingeschrieben hatte, stellte Landes-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann die „Landarztquote“ vor. Nun sieht es so aus, als ob Paula Kohlschein doch noch Ärztin werden könnte. Irgendwo auf dem Land. Da, wo Ärzte am dringendsten fehlen.

1312 Abiturienten bewarben sich auf einen der 145 Studienplätze