Der Spatz bleibt an der Spitze: Kein anderer Vogel wurde bei der „Stunde der Gartenvögel“ häufiger in nordrhein-westfälischen Gärten gezählt. Mit insgesamt rund 25.500 Sichtungen verwies er Amsel, Kohlmeise und Blaumeise bei der diesjährigen Vogelzählung auf die Plätze, wie der Landesverband des Naturschutzbundes (Nabu) gestern mitteilte.
Das sind die zehn häufigsten Vogelarten in NRW-Gärten
Laut Nabu haben rund 10.500 Vogelfreunde bei der Aktion mitgemacht – das waren etwas weniger als im Vorjahr. Dabei hatten die Freiwilligen zwischen dem 10. und 13. Mai je eine Stunde lang an einem Ort die vorkommenden Vögel erfasst. Von der Aktion erhofft sich der Nabu Hinweise auf Entwicklungen beim Vogel-Vorkommen.
Die Ergebnisse lassen sich am besten vergleichen, wenn man einen Blick auf die durchschnittliche Anzahl der Vögel pro Gärten wirft. Die Quote lag in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr bei 30,3 Vögeln und war damit niedriger als im Vorjahr (32,5) und im bundesweiten Schnitt (33,8). Auffällig ist auch der Unterschied zwischen Stadt und Land: So zählten die Teilnehmer im Kreis Kleve fast acht Vögel mehr pro Garten als etwa in Duisburg.
Weniger Obstwiesen und Gärten
Überdurchschnittlich stark seien die Rückgänge beim Mauersegler und beim Star, sagte Nabu-Sprecherin Birgit Königs. „Das sind Insektenfresser – und es gibt einfach zu wenig Obstwiesen und Gärten für diese Vögel.“ Bundesweit wiesen sieben der 15 häufigsten Gartenvögel in diesem Jahr seit Beginn der Zählung im Jahr 2004 den niedrigsten jemals pro Garten bemessenen Wert auf, so der Nabu. „Nur vier Arten wurden in den üblichen Mengen gesichtet“, sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.
Bei Amseln und Grünfinken vermuten die Naturschützer Rückgänge durch Krankheiten: Die Amsel leide unter dem Usutu-Virus, auch bei Grünfinken spielten seit einigen Jahren bestimmte Infektionen eine Rolle.
Aber auch der Rückgang der Insektenzahl – und damit einer wichtigen Nahrungsgrundlage – macht sich laut Nabu nicht nur bei dem Mauersegler und Star bemerkbar: „Besonders Arten, die ausschließlich Insekten fressen oder zumindest ihre Jungen mit Insekten füttern, wie etwa Meisen, wurden in diesem Jahr deutlich weniger gezählt“, erklärte Miller. Die generell besonders starke Abnahme insektenfressender Vogelarten müsse weiter beobachtet werden. (mit dpa)


