Der Spatz bleibt an der Spitze: Kein anderer Vogel wurde bei der „Stunde der Gartenvögel“ häufiger in nordrhein-westfälischen Gärten gezählt. Mit insgesamt rund 25.500 Sichtungen verwies er Amsel, Kohlmeise und Blaumeise bei der diesjährigen Vogelzählung auf die Plätze, wie der Landesverband des Naturschutzbundes (Nabu) gestern mitteilte.

Das sind die zehn häufigsten Vogelarten in NRW-Gärten

Der Haussperling

Dem Haussperling oder Spatz ist sicherlich schon jeder begegnet. Er liegt mit rund 25.500 Sichtungen an der Spitze. Bild: dpa

Die Amsel

Fast jeder kennt sie: Amselmännchen sind schwarz und haben einen gelben Schnabel. Ihre Weibchen dagegen sind durchgehend schlicht braun gefärbt. Sichtungen: Rund 22.200. Bild: dpa

Die Kohlmeise

An ihrem schwarz-weißen Kopf, der gelben Unterseite und dem markanten schwarzen Bauchstreifen ist die Kohlmeise leicht zu erkennen. In über 80 Prozent aller Gärten taucht sie auf. Bild: dpa

Die Blaumeise

Blaumeisen sind häufige Gäste in hiesigen Gärten, sobald dort ein paar ältere Bäume stehen. Knapp 15000 Mal wurde sie gesichtet. Bild: dpa

Die Elster

Bei vielen Gartenbesitzern sind Elstern unbeliebt. Sie gelten als Singvogelkiller, obwohl diese nur 15 bis 20 Prozent der Nahrung ausmachen. In rund 72 Prozent aller Gärten taucht sie auf. Bild: dpa

Die Ringeltaube

Die Anzahl der Ringeltauben ist im Gegensatz zu den anderen Arten unter den Top 10 im vergangenen Jahr leicht angestiegen. Sie wurde fast 12000 Mal gesichtet. Bild: Martin Wolfram

Der Mauersegler

Nur zur Brut begibt sich der Mauersegler auf festen Boden. Die übrige Zeit seines Lebens verbringt er in der Luft, schläft sogar im Flug. Seine Zahl ist deutlich gesunken: 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Bild: Uni Siegen

Der Buchfink

Zwar lebt die Mehrzahl der Buchfinken in Wäldern, sie sind jedoch auch regelmäßig in baumbestandenen Gärten anzutreffen.  In jedem zweiten Garten taucht er auf. Bild: dpa

Das Rotkehlchen

Deckungsreiche Wälder sind sein ursprünglicher Lebensraum. In Städten und Dörfern treffen wir das Rotkehlchen nur gebüschreichen Gärten und Parks an. Zahl der Sichtungen: 7553. Bild: dpa

Der Feldsperling

Wer in dörflicher Umgebung oder zumindest am Stadtrand wohnt, hat gute Chancen, den Feldsperling im Garten begrüßen zu dürfen. Die Zahl der Sichtungen ist allerdings gesunken: Sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Bild: dpa

1/10

Laut Nabu haben rund 10.500 Vogelfreunde bei der Aktion mitgemacht – das waren etwas weniger als im Vorjahr. Dabei hatten die Freiwilligen zwischen dem 10. und 13. Mai je eine Stunde lang an einem Ort die vorkommenden Vögel erfasst. Von der Aktion erhofft sich der Nabu Hinweise auf Entwicklungen beim Vogel-Vorkommen.

Die Ergebnisse lassen sich am besten vergleichen, wenn man einen Blick auf die durchschnittliche Anzahl der Vögel pro Gärten wirft. Die Quote lag in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr bei 30,3 Vögeln und war damit niedriger als im Vorjahr (32,5) und im bundesweiten Schnitt (33,8). Auffällig ist auch der Unterschied zwischen Stadt und Land: So zählten die Teilnehmer im Kreis Kleve fast acht Vögel mehr pro Garten als etwa in Duisburg.

Weniger Obstwiesen und Gärten

Überdurchschnittlich stark seien die Rückgänge beim Mauersegler und beim Star, sagte Nabu-Sprecherin Birgit Königs. „Das sind Insektenfresser – und es gibt einfach zu wenig Obstwiesen und Gärten für diese Vögel.“ Bundesweit wiesen sieben der 15 häufigsten Gartenvögel in diesem Jahr seit Beginn der Zählung im Jahr 2004 den niedrigsten jemals pro Garten bemessenen Wert auf, so der Nabu. „Nur vier Arten wurden in den üblichen Mengen gesichtet“, sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Bei Amseln und Grünfinken vermuten die Naturschützer Rückgänge durch Krankheiten: Die Amsel leide unter dem Usutu-Virus, auch bei Grünfinken spielten seit einigen Jahren bestimmte Infektionen eine Rolle.

Aber auch der Rückgang der Insektenzahl – und damit einer wichtigen Nahrungsgrundlage – macht sich laut Nabu nicht nur bei dem Mauersegler und Star bemerkbar: „Besonders Arten, die ausschließlich Insekten fressen oder zumindest ihre Jungen mit Insekten füttern, wie etwa Meisen, wurden in diesem Jahr deutlich weniger gezählt“, erklärte Miller. Die generell besonders starke Abnahme insektenfressender Vogelarten müsse weiter beobachtet werden. (mit dpa)