- An der Strombörse kommt es zu starken Schwankungen – manchmal auch innerhalb eines Tages.
- Verbraucher mit dynamischen Stromtarifen können von Kurseinbrüchen profitieren.
- Auch für Verbraucher in regulären Tarifen kann sich ein Strompreis-Vergleich aktuell lohnen.
Am Sonntag kostete eine Kilowattstunde Börsenstrom im Schnitt weniger als vier Cent. Heute zeigt sich ein ganz anderes Bild: Mit durchschnittlich 9,75 Cent pro Kilowattstunde steigt der Strompreis zum Wochenstart deutlich an. Für Endverbraucher in regulären Stromtarifen gibt es jedoch gute Nachrichten. Laut dem Vergleichsportal Verivox bleibt das Preisumfeld günstig für einen Tarif- oder Anbieterwechsel. Mehr dazu lesen Sie hier im Ticker.
Strompreis aktuell: So viel kostet Strom heute an der Börse
Der Börsenstrompreis wird täglich neu festgelegt. Kurzfristige Schwankungen beim Börsenkurs sind für die meisten Privathaushalte nicht relevant. Sie sind aber für Energieversorger und Verbraucher mit einem dynamischen Stromtarif wichtig. Die folgende Tabelle zeigt den aktuellen Strompreis von heute und die Preise der vergangenen Tage. Hier lesen Sie, wie der Strompreis in Deutschland entsteht.
| Datum | Durchschnittlicher Strompreis |
|---|---|
| 17. September | 7,53 Cent pro Kilowattstunde |
| 18. September | 6,57 Cent pro Kilowattstunde |
| 19. September | 9,65 Cent pro Kilowattstunde |
| 20. September | 5,87 Cent pro Kilowattstunde |
| 21. September | 3,22 Cent pro Kilowattstunde |
| 22. September | 9,75 Cent pro Kilowattstunde |
Quelle: Vattenfall
Mit durchschnittlich 9,75 Cent pro Kilowattstunde liegt der Strompreis an der Börse deutlich über dem Niveau vom Wochenende. Ursache sind die fehlenden Negativ- und Niedrigpreise, bei denen Strom zeitweise für rund null Cent oder weniger gehandelt wird. Den Tiefstwert erreicht der Kurs heute zwischen 11 und 15 Uhr mit 7 bis 7,8 Cent pro Kilowattstunde. Der Höchstwert liegt um 19 Uhr bei 14,1 Cent.
Wichtig: Die Preise in der Tabelle sind Durchschnittswerte. Jeder setzt sich aus den 24-Day-Ahead-Preisen eines Tages zusammen. Der Börsenpreis ist nicht der Strompreis, den ein Verbraucher als Arbeitspreis bezahlt. Dazu addiert werden Steuern, Netzentgelte, Umlagen und die Marge des Stromanbieters. In Deutschland machen Entgelte und Abgaben zusammen einen sehr großen Teil des Strompreises für Endkunden aus.
Diese zwei Strompreise sind relevant
Der Day-Ahead-Preis wird einmal täglich bestimmt. Er gibt an, was eine Kilowattstunde Strom am Folgetag in jeder einzelnen Stunde kostet. Der Intraday-Preis verändert sich dagegen fortlaufend bis kurz vor der Lieferung. Er reagiert auf kurzfristige Schwankungen –etwa, wenn weniger Wind- oder Solarstrom ins Netz kommt als erwartet. Für Haushalte ist vor allem der Day-Ahead-Preis relevant, weil viele Versorger diesen als Grundlage für ihre Stromtarife nutzen. Beide Preise werden an der Strombörse EPEX SPOT in Paris gebildet.

Aktueller Strompreis für Neukunden: Verivox errechnet Mittelwert
Der aktuelle Strompreis pro Kilowattstunde aus der Steckdose setzt sich in einem gängigen Stromtarif aus zwei Preisen zusammen: Grundpreis und Arbeitspreis. Diese variieren je nach Stromanbieter, Tarif und jährlichem Stromverbrauch. Die folgende Grafik zeigt den täglichen Strompreis pro Kilowattstunde im deutschlandweiten Mittel für Neukunden. Im Preis sind Netzentgelte, Steuern und andere Abgaben schon berücksichtigt.
Dem Vergleichsportal Verivox zufolge liegt der durchschnittliche Strompreis heute bei 27 Cent (Stand: 22. September) für eine Kilowattstunde. Dieser Preis bezieht sich auf einen Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 4000 Kilowattstunden bei einem neuen Abschluss. Der Durchschnittswert berücksichtigt Arbeitspreis und Grundpreis und basiert auf dem bundesweit gewichteten Mittel des günstigsten Preises je Postleitzahl.
Für Verbraucher bedeutet das: Wer deutlich mehr bezahlt, kann derzeit von einem Tarif- oder Anbieterwechsel profitieren. Wer etwa 40 Cent und mehr pro Kilowattstunde zahlen muss, kann durch einen Wechsel schnell einen dreistelligen Betrag pro Jahr sparen. Unser Vergleichsrechner für Strom ermittelt die voraussichtliche Ersparnis und zeigt Ihnen eine Auswahl der günstigsten Tarife.
Mit der aktuellen Entwicklung setzt sich die Tendenz der vergangenen Monate fort. Größere Preissprünge zeigen sich dagegen im Jahresvergleich. Die Spitze wurde während der Energiekrise im Oktober 2022 mit Preisen von teils über 70 Cent pro Kilowattstunde Strom erreicht.
Strompreisentwicklung 2021 bis 2025:
| Jahr | Durchschnittlicher Strompreis |
|---|---|
| 2021 | 30,73 Cent pro Kilowattstunde |
| 2022 | 43,02 Cent pro Kilowattstunde |
| 2023 | 41,44 Cent pro Kilowattstunde |
| 2024 | 35,66 Cent pro Kilowattstunde |
| 2025 | 36,51 Cent pro Kilowattstunde |
Quelle: Verivox
Strompreis an der Börse: Diese Einflüsse bestimmen die Preisbildung
Dreh- und Angelpunkt der Strompreise in Deutschland ist die Börse in Leipzig. Hier werden der Day-Ahead- und der Intraday-Preis gebildet, die die Grundlage für die Endpreise für Verbraucher sind. Der Börsenstrompreis ist einer Reihe von Faktoren ausgesetzt, die die Preisbildung stark beeinflussen. Dazu zählen:
- Marktsituation: Das Prinzip von Angebot und Nachfrage bestimmt die Preise. Je mehr Strom benötigt wird, desto höher steigt der Börsenstrompreis.
- Erneuerbare Energien: Stehen viel Wind- oder Solarstrom zur Verfügung, sinkt der Preis. Geringere Verfügbarkeiten treiben ihn dagegen nach oben.
- Gas- und Kohlepreise: Fossile Brennstoffe verteuern die Stromerzeugung.
- CO₂-Zertifikate: Kraftwerksbetreiber müssen für CO₂-Emissionen Zertifikate kaufen. Höhere Preise dafür beeinflussen auch den Strompreis.
- Wetterlage: Temperatur, Wind und Sonneneinstrahlung beeinflussen den Verbrauch.
- Verfügbarkeit von Kraftwerken: Mehr Stromquellen erhöhen das Angebot und senken damit die Preise. Weniger davon verknappen das Angebot, was höhere Strompreise bedeutet.
- Geopolitische Ereignisse: Konflikte oder Engpässe bei Energielieferungen wirken sich direkt auf die Preise aus.
Aufgrund dieser Vielzahl an Einflussfaktoren kommt es häufig zu Schwankungen an der Leipziger Börse. Dieses Auf und Ab machen sich Verbraucher mit dynamischen Stromtarifen zunutze. Die Idee dahinter: In Niedrigpreisphasen beziehen die Haushalte gezielt Strom, in Hochpreisphasen nutzen sie die Reserven. Dynamische Tarife sind interessant, wenn ein Haushalt viel Strom verbraucht und dies über ein intelligentes System steuern kann – zum Beispiel in Kombination mit Photovoltaik.
Was sind dynamische Stromtarife?
Dynamische Stromtarife orientieren sich stündlich am Börsenstrompreis. Ist viel Strom im Netz – etwa durch Wind- oder Solarenergie – sinkt der Preis. Bei hoher Nachfrage steigt er. Kunden zahlen aber nicht nur den Börsenpreis, sondern auch Steuern, Umlagen, Netzentgelte und einen Aufschlag des Anbieters. Wer flexibel ist und seinen Verbrauch in günstige Zeiten verschiebt, kann trotzdem deutlich sparen. Sinnvoll ist eine intelligente Stromsteuerung über ein Smart-Home-System.
Strompreis für Verbraucher: Entgelte und Steuern treiben den Preis nach oben
Wer keinen dynamischen Stromtarif hat, schaut eher auf den Haushaltsstrompreis. Dieser setzt sich aus dem Grund- und Arbeitspreis des jeweiligen Stromanbieters zusammen. Auch für diesen Preis ist der Börsenstrompreis die Grundlage. Dazu kommen weitere Entgelte wie Steuern und die Abgabe an den Stromanbieter. Diese Zusatzkosten lassen sich in drei Hauptkostenblöcke einteilen: Beschaffung und Vertrieb, Netzentgelte, sowie Steuern, Abgaben und Umlagen.

Unter Beschaffung und Vertrieb fällt der Einkaufspreis – also der Börsenstrompreis, zu dem Anbieter wie EON ihren Strom einkaufen. Mit 16,1 Prozent im Jahr 2025 hat dieser Block den größten Anteil an der Zusammensetzung der aktuellen Strompreise. Es folgen die Netzentgelte, sowie der Steuern- und Abgabenblock. So beeinflussen auch politische Entscheidungen, wie viel Geld ein Stromkunde für eine Kilowattstunde bezahlt.
Häufige Fragen zum Strompreis
Wie hoch ist der aktuelle Strompreis?
Laut Verivox liegt der aktuelle Strompreis für Neukundenverträge bei 27 Cent (Stand: 22. September) pro Kilowattstunde. Dieser Preis bezieht sich auf einen Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 4000 Kilowattstunden. Der für die Preisbildung relevante Strompreis an der Strombörse Leipzig (Day-Ahead) liegt bei 9,75 Cent pro Kilowattstunde (Mittelwert vom 22. September).
Wird Strom 2025 teurer oder billiger?
Experten gehen davon aus, dass sich der Strompreis 2025 leicht stabilisieren könnte. Sinkende Gaspreise und mehr erneuerbare Energien wirken preisdämpfend. Gleichzeitig können geopolitische Risiken, Netzausbaukosten und schwankende CO₂-Preise für erneute Anstiege sorgen.
Was kostet eine Kilowattstunde Strom für Bestandskunden?
Bestandskunden zahlen aktuell im Schnitt zwischen 28 und 32 Cent pro Kilowattstunde. Der genaue Preis hängt vom jeweiligen Vertrag und vom Anbieter ab. Neukundentarife sind häufig günstiger.
Was ist ein normaler Strompreis pro Monat?
Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 3500 Kilowattstunden zahlt derzeit rund 85 bis 95 Euro pro Monat für Strom. Singlehaushalte liegen etwa bei 30 bis 45 Euro pro Monat, je nach Verbrauch und Tarif.



