Suche geeignete Nachfolge, biete Unternehmen: Ein solches Gesuch wird derzeit in vielen mittelständischen Firmen akut. Das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn schätzt, dass in rund 186.000 Unternehmen eine Nachfolge ansteht – allein im Zeitraum von 2026 bis 2030.

Das wären rechnerisch 37.000 Fälle pro Jahr. Besonders häufig betroffen sind unternehmensbezogene Dienstleistungen und das Produzierende Gewerbe, gefolgt vom Handel. Die größte Gruppe bilden Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 500.000 und bis unter einer Million Euro.

Warum die Suche nach Nachfolgern schwieriger wird

Dass so viele Unternehmen vor einem Generationenwechsel stehen, hat vor allem demografische Gründe. Die geburtenstarken Jahrgänge verabschieden sich aus dem Berufsleben. Vor dem Eintritt ins Rentenalter stellt sich für viele Unternehmer die Frage: Wie gebe ich mein Lebenswerk in gute Hände?

Doch die Suche nach geeigneten Nachfolgerinnen und Nachfolgern wird schwieriger. Dass eines der Kinder einmal den elterlichen Betrieb übernimmt, mag lange als eine Art unausgesprochener Generationenvertrag gegolten haben. Verlassen konnten sich Unternehmerinnen und Unternehmer darauf allerdings schon früher nicht. Damit richtet sich der Blick nach außen: Der Fachkräftemangel ist ein weiterer Grund, weshalb sich seltener die Hand hebt. Auch demografisch wird das Feld potenzieller Nachfolger kleiner. Kamen im Jahr 2002 noch 2,6 Menschen zwischen 20 und 54 Jahren auf einen Menschen zwischen 55 und 70 Jahren, sollen es 2030 nur noch 1,8 sein.

Hinzu kommt, dass sich eine Übernahme heute schwerer kalkulieren lässt. Wie wird sich der Markt entwickeln? Welche Investitionen stehen an? Steigende Kosten und fragile Lieferketten erhöhen das unternehmerische Risiko. Digitalisierung, Nachhaltigkeitsanforderungen und komplexere Märkte verändern Geschäftsmodelle und verlangen aufwändige Dokumentations-, Genehmigungs- und Berichtspflichten. Auch finanzielle und steuerrechtliche Aspekte können bei der Übergabe zum Prüfstein werden.

Nachfolge früh planen, Chancen erhöhen

Wer sein wirtschaftliches Erbe in guten Händen wissen möchte, muss sich also mit der Frage auseinandersetzen, wie attraktiv sein Unternehmen für potenzielle Nachfolger wirklich ist. Und die lässt sich seriös beantworten – mithilfe kompetenter Anlaufstellen, die eine Übergabe von der Planung bis zur Umsetzung begleiten und auch beiden Parteien zur Seite stehen. Denn: Aussichtslos ist die Lage nicht. Nach Einschätzung des IfM Bonn haben Unternehmen, deren Fortführung sich lohnt, weiterhin gute Chancen auf eine Nachfolgelösung. Entscheidend ist, sich frühzeitig und planvoll auf diesen Schritt vorzubereiten.

Konkrete Unterstützung bei der Suche bietet unter anderem die Nachfolgeplattform www.nexxt-change.org. Sie ist ins Leben gerufen worden, um Unternehmende, die einen Betrieb übergeben möchten, mit Gründungs- und Übernahmeinteressierten zusammenzubringen. Also bewusst für den Fall, dass sich keine Kandidatin, kein Kandidat im eigenen Unternehmen findet. Wer ein Inserat einstellen möchte, kann sich zum Beispiel an seine Sparkasse oder einen anderen regionalen Bankenpartner wenden. Auch die Sparkassen selbst bieten Informationen und Beratung rund um die Unternehmensnachfolge an.

Hier erfahren Sie, was die Sparkassen ausmacht und was diese - nicht nur im Fall einer Unternehmensnachfolge - für Sie tun können.

Drei weitere Tipps, wie die Unternehmensnachfolge gelingt

  1. Es ist bereits angeklungen: Eine gute Übergabe will vorbereitet sein und benötigt Vorlauf. Drei bis fünf Jahre werden häufig als Richtlinie genannt.
  2. Zahlen auf den Tisch: Wohl dem, wer den Wert seines Unternehmens genau kennt und transparent nachweisen kann. Bei der Ermittlung können Sachverständige unterstützen.
  3. Eine Hürde für Nachfolgerinnen und Nachfolger ist das Geld für den Kauf der Firma. Hier lohnt es sich, sich einen Überblick über Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten zu verschaffen.

Persönliche Beratung

Die Expertinnen und Experten Ihrer Sparkasse helfen Ihrem Unternehmen bei allen Finanzfragen gerne persönlich weiter. Weitere Informationen auch zum Thema Nachfolge gibt es auch online bei Ihrer Sparkasse.