Um eine Krise abzuwenden und das Budget langfristig zu entlasten, sollten Verbraucher zweigleisig fahren: Akute Zahlungsschwierigkeiten müssen strukturiert gelöst und gleichzeitig die laufenden Verbräuche bei Heizung und Strom konsequent gesenkt werden.
Hier erfahren Sie, was die Sparkassen ausmacht und was sie für Sie tun können.
Mit diesen fünf Schritten reagieren sie akut bei einer hohen Nebenkostenabrechnung
Wenn das Geld für die Nachzahlung nicht ausreicht, gilt es, Ruhe zu bewahren und die folgenden Schritte strategisch abzuarbeiten:
Die Abrechnung gründlich prüfen: Fehler in den Abrechnungen sind keine Seltenheit. Neben Heizung und Wasser dürfen Vermieter zwar Kosten für Müll, Straßen- oder Gebäudereinigung umlegen, nicht jedoch Verwaltungskosten oder die Instandhaltungskosten für leerstehende Wohnungen. Auch Rechenfehler kommen vor. Mieter sollten die Posten genau kontrollieren und sich bei Zweifeln an die Verbraucherzentralen wenden, um Widerspruch einzulegen.
Den Notgroschen aktivieren: Für unvorhergesehene finanzielle Engpässe ist eine Rücklage gedacht. Eine Nebenkosten-Nachzahlung ist genau der richtige Anlass, um diesen Notgroschen zu nutzen. Der teure Dispokredit des Girokontos sollte wegen der hohen Zinsen nur die absolut zweitbeste Wahl sein. Wichtig ist, die Reserve in finanziell entspannteren Zeiten wieder aufzustocken.
Einnahmen und Ausgaben optimieren: Bei niedrigem Einkommen lohnt sich auf der Einnahmenseite die Prüfung von staatlichen Hilfen wie Wohngeld, Kinderzuschlag oder Grundsicherung. Bezüglich der Ausgaben sollten alle Fixkosten überprüft werden, um kurzfristig liquide werden. Nicht zwingend notwendige Konsumverträge wie Streaming-Dienste, Fitnessstudios oder sonstige Abos) gehören gekündigt. Zudem hilft es, Sparraten vorübergehend auszusetzen, um Spielraum für die Nachzahlung oder eventuelle Ratenzahlungen zu gewinnen.
Zahlungen strikt priorisieren: Miete, Strom, Heizung und Lebensmittel sind existenziell, um die eigene Existenz und den Wohnraum zu sichern. Diese Rechnungen müssen immer zuerst bezahlt werden. Wer hier in Rückstand gerät, dem drohen im schlimmsten Fall eine Kündigung der Wohnung oder eine Energiesperre. Andere, weniger dringliche Rechnungen sollten im Zweifel aufgeschoben werden. Allerdings immer nach vorheriger Absprache mit den jeweiligen Gläubigern.
Professionelle Beratung suchen: Sollten die Zahlungsschwierigkeiten von dauerhafter Natur sein, ist der Gang zu einer Schuldnerberatungsstelle ratsam. Die Experten helfen kostenlos und unterstützen auch im Rahmen einer Online-Beratung dabei, Wege aus den Schulden zu finden.

Kleine Schritte, große Wirkung: So minimieren Sie die Nebenkosten
Der beste Schutz vor einer hohen Nachzahlung ist ein bewusster und sparsamer Umgang mit Ressourcen. Da rund die Hälfte der Energie im Haushalt für das Heizen und Warmwasser verbraucht wird und ein weiteres Fünftel auf den Strom entfällt, liegen hier die größten Hebel.
Heizenergie clever einsparen: Auch wenn Mieter die Heizungsanlage im Haus nicht austauschen können, lässt sich der Verbrauch durch das eigene Verhalten stark beeinflussen:
- Temperatur senken: Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart rund sechs Prozent Heizenergie. Als Richtwerte gelten: 20°C im Wohnzimmer, 18°C in der Küche und 17°C im Schlafzimmer.
- Richtig lüften: Effizientes Stoßlüften statt dauerhaft gekippter Fenster schützt vor Schimmel und schont den Geldbeutel. Empfohlen wird, dreimal täglich für fünf Minuten die Heizkörper abzudrehen und die Fenster komplett weit zu öffnen.
- Wärmeverlust stoppen: Heizkörper dürfen nicht durch Möbel oder Vorhänge zugestellt werden und müssen regelmäßig entlüftet und gereinigt werden. Nachts verhindern geschlossene Roll- oder Klappläden das Entweichen der Wärme über die Fensterscheiben. Das zusätzliche Abdichten der Fensterrahmen mit Gummilippen ist eine günstige und effektive Maßnahme.
- Stromfressern den Riegel vorschlagen: Um die Elektrizitätskosten zu senken, müssen zunächst die größten Verbraucher im Haushalt identifiziert werden. Zu diesem Zweck verleihen Stadtwerke und Verbraucherzentralen kostenlose Stromverbrauchszähler.
- Standby-Betrieb vermeiden: Selten genutzte Geräte wie DVD-Player, Monitore oder Spielekonsolen sollten über eine abschaltbare Steckerleiste komplett vom Netz getrennt werden.
- Beleuchtung modernisieren: Das Umrüsten auf moderne LEDs spart viel Energie. Auf teure und umweltschädliche Batterie-Lichterketten sollte verzichtet werden; im Außenbereich bieten sich stattdessen hochwertige Solar-Leuchten an. In Kellern oder Abstellräumen lohnen sich Bewegungsmelder oder Zeitschaltuhren.
- Homeoffice optimieren: Laptops verbrauchen im Vergleich zu klassischen Desktop-PCs nur etwa ein Siebte des Stroms, was aufs Jahr gerechnet rund 50 Euro spart. Zusätzlich schonen eine reduzierte Display-Helligkeit, der Energiesparmodus und das Ziehen des Netzsteckers nach Feierabend das Budget.
Nebenkosten: Orientierung und kostenlose Beratung
Wer den eigenen Verbrauch nicht einschätzen kann, findet im Stromspiegel für Deutschland verlässliche Vergleichswerte für ähnliche Haushalte. Darüber hinaus bieten die Verbraucherzentralen eine bundesweite, kostenfreie Energieberatung an. Diese kann wahlweise telefonisch unter 0800 809 802 400, online per Video, via E-Mail oder direkt in einer Beratungsstelle durchgeführt werden..
Für Menschen mit geringem Einkommen existiert zudem das Angebot des „Stromspar-Checks“. Die Berater kommen nach Absprache direkt nach Hause, bringen sofort einsatzbare, kostenlose Hilfsmittel mit und vergeben unter bestimmten Voraussetzungen sogar einen Gutschein über 100 Euro für den Austausch eines alten, ineffizienten Kühlschranks.
Weitere Informationen rund um die Haushaltsplanung, das Energiesparen und finanzielle Vorsorge gibt es beim Beratungsdienst Geld und Haushalt und bei den Experten der Sparkassen.


