„Ich habe Lymphdrüsenkrebs“: Mit diesem Bekenntnis spricht Starkoch Johann Lafer im Interview mit der „Bild“ erstmals offen über seine schwere Erkrankung. Seine Krankheit sei bereits vor zweieinhalb Jahren bei einer Routineuntersuchung während einer Fastenkur entdeckt worden. „Ich hatte keinerlei Schmerzen. Gar nichts“, erinnert sich der 68-jährige Österreicher. Später folgte dann die Diagnose.

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Der bekannte Fernsehkoch ist damit einer von rund 15.000 Menschen, die allein in Deutschland jedes Jahr an Lymphdrüsenkrebs erkranken. Doch was sind die Ursachen und Symptome von Lymphdrüsenkrebs? Wie gut lässt sich Lymphdrüsenkrebs inzwischen behandeln? Und wie gut ist die Heilungsaussicht durch die Therapien? Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Lymphdrüsenkrebs: Was ist die Besonderheit der Krebsart?
Lymphdrüsenkrebs, medizinisch als malignes Lymphom (bösartige Lymphgeschwulst) bezeichnet, ist eine Krebserkrankung des lymphatischen Systems. Dieses umfasst unter anderem die Lymphknoten, die Milz und die Thymusdrüse und ist ein wichtiger Teil der Immunabwehr. Beim Lymphdrüsenkrebs entarten Lymphozyten, bestimmte weiße Blutkörperchen, die normalerweise Krankheitserreger im Körper bekämpfen.
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Mediziner unterscheiden zwei Hauptgruppen:
- das Hodgkin-Lymphom mit einem klar definierten Krankheitsbild (rund 2500 Neuerkrankungen pro Jahr) und
- die Non-Hodgkin-Lymphome (NHL), die zahlreiche Unterformen mit sehr unterschiedlichen Verläufen umfassen (rund 12.500 Neuerkrankungen pro Jahr).

Lymphdrüsenkrebs: Was sind die Ursachen?
Die genauen Ursachen für die Entstehung von Lymphdrüsenkrebs sind in der Forschung tatsächlich noch weitgehend ungeklärt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) beispielsweise nennt als mögliche Risikofaktoren für Lymphdrüsenkrebs unter anderem:
- eine angeborene oder erworbene Immunschwäche,
- Umweltgifte wie Benzol,
- radioaktive Strahlung,
- bestimmte Viren, etwa das Epstein-Barr-Virus (EBV, Erreger des Pfeiffer‘schen Drüsenfiebers) oder das HI-Virus, sowie
- das Bakterium Helicobacter pylori.
Fest steht: Mit zunehmendem Alter steigt das Erkrankungsrisiko für Lymphdrüsenkrebs. Beim Hodgkin-Lymphom gibt es zwei Altersspitzen: Häufig betroffen sind junge Erwachsene zwischen 20 und 30 Jahren sowie Menschen über 65.
Welche Symptome hat Lymphdrüsenkrebs?
Als häufigstes Symptom bei Lymphdrüsenkrebs gilt eine schmerzlose Schwellung von Lymphknoten, die über Wochen bestehen bleibt. Sie zeigt sich insbesondere am Hals, oberhalb des Schlüsselbeins, in der Achselhöhle oder in der Leiste.
Als weitere Symptome treten daneben häufig auf:
- starkes nächtliches Schwitzen,
- Fieber ohne erkennbare Ursache,
- ungewollter Gewichtsverlust von mehr als zehn Prozent innerhalb von sechs Monaten.
Weitere mögliche Beschwerden sind Müdigkeit, anhaltender Leistungsabfall, Juckreiz und erhöhte Infektanfälligkeit. Bei Lymphomen im Bauchraum können Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme auftreten. Lymphome im Brustkorb verursachen mitunter Atembeschwerden und Reizhusten.
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Mediziner weisen darauf hin: Für kurze Zeit geschwollene Lymphknoten – etwa bei Erkältungen – sind meist harmlos. Bestehen sie allerdings über mehrere Wochen ohne erkennbare Ursache, sollte man ärztlichen Rat einholen.
Lymphdrüsenkrebs behandeln: Welche Therapien gibt es?
Die Behandlung richtet sich nach der Art des Lymphoms, dem Stadium und dem Gesundheitszustand.
- Chemotherapie: Dabei werden verschiedene zellwachstumshemmende Medikamente (Zytostatika) kombiniert eingesetzt. Die Behandlung erfolgt in mehreren Zyklen über Wochen bis Monate.
- Strahlentherapie (Radiotherapie): Wird oft ergänzend eingesetzt und wirkt gezielt auf befallenes Gewebe.
- Immuntherapie: Antikörper wie Rituximab erkennen die Oberflächenmerkmale der Krebszellen und helfen dem Immunsystem, diese gezielt zu bekämpfen.
- CAR-T-Zelltherapie: Diese neuere und seit 2018 in Europa zugelassene Methode verändert körpereigene Abwehrzellen (T-Zellen) im Labor gentechnisch so, dass sie Krebszellen erkennen und zerstören können.
Die Heilungsaussicht (Prognose) gilt beim Hodgkin-Lymphom als insgesamt gut: Die relative Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei 84 Prozent (Frauen) beziehungsweise 86 Prozent (Männer). Bei Non-Hodgkin-Lymphomen liegt sie im Durchschnitt bei 70 bis 72 Prozent – variiert aber je nach Unterform erheblich.











