In einem sind sich die unterschiedlichsten Finanzberater einig: Gold eignet sich durchaus im persönlichen Anlage-Portfolio. Denn es bietet einen gewissen Schutz vor Vermögensverlusten. Gold trotzt politischen wie konjunkturellen Krisen, Währungsreformen und Inflation. Diese Beständigkeit ist einer der Gründe, warum der Goldpreis in den letzten Jahren immer neue Rekordmarken erreicht hat.

Zwischen 10 und 30 Prozent des Vermögens werden als Anlage empfohlen

Gediegenes Gold als Anlageform empfehlen Anlageberater generell mit bis zu 30 Prozent des Vermögens. Die Verbraucherzentralen (VZ) halten eine Begrenzung auf etwa zehn Prozent für durchaus sinnvoll.

Dr. Ralf Scherfling, als wissenschaftlicher Mitarbeiter der VZ NRW spezialisiert auf den Bereich Finanzen und Versicherungen, hält neben den vorgenannten Gründen auch „geringer gewordenes Vertrauen in Regierungen, Notenbanken und Papiergeld“ für möglich. Hinzu kämen „ein schwacher Dollar und ein in vielen Ländern niedriges Zinsniveau für sichere Geldanlagen“.

Dr. Ralf Scherfling ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Verbraucherzentrale NRW spezialisiert auf den Bereich Finanzen und Versicherungen.
Dr. Ralf Scherfling ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Verbraucherzentrale NRW spezialisiert auf den Bereich Finanzen und Versicherungen.© Verbraucherzentrale NRW | HANDOUT

Dennoch sei es nicht empfehlenswert, Gold in größeren Mengen zu besitzen. „Erstens sollte man prinzipiell mit keiner Geldanlage ein Klumpenrisiko eingehen. Zweitens bringt das Edelmetall weder Zinsen noch Dividenden, man setzt rein auf mögliche Wertsteigerungen.“

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In Zeiten niedriger Zinsen oder starker Verunsicherung ist Gold wegen seiner hohen Wertschätzung überall auf der Welt und seiner geradezu sprichwörtlichen Beständigkeit gleichwohl attraktiv. Und das nicht nur für private Anleger.

Zwei Drittel aller Zentralbanken investieren in Gold

In verschiedenen Ländern weltweit kaufen Zentralbanken anhaltend Gold auf – auch dies treibt dessen Preis nach oben. Laut einer Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) investieren zwei Drittel aller Zentralbanken in Gold. Nicht zuletzt, um sich vom Dollar und der US-amerikanischen Finanzpolitik unabhängiger zu machen. Donald Trump macht sich also auch hier bemerkbar.

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In privater Hand befinden sich hierzulande rund 9000 Tonnen Gold, heißt es in einer Analyse des Sparkassenverbandes. Deutschland sei damit weltweit Spitzenreiter.

Denn Gold gilt vielen Anlegerinnen und Anlegern als sicherer Hafen. Historisch gesehen gibt es zwar erhebliche Kursschwankungen, langfristig betrachtet ist es jedoch sehr wertstabil.

Ob der Zeitpunkt für eine Investition bei einem Preis auf Rekordniveau gerade gut gewählt oder ein späterer Einstieg sinnvoller ist, dazu wollen sich unabhängige Berater nicht festlegen lassen. Denn nach langen Phasen steigender Preise sind Korrekturen nicht selten.

Krisen und ihr Einfluss auf den Goldpreis

Der Höhenflug des Goldpreises hält mindestens seit der Jahrtausendwende praktisch ohne Einbrüche an. Ein kurzer Rückblick.

Finanzkrise 2007-2009: Die von der Großbank Lehman Brothers ausgelöste Finanzkrise verteuert Gold um mehr als 20 Prozent.

Eurokrise 2011: Wertsteigerung um 22,2 Prozent.

Covid19-Krise 2020: In der Coronazeit steigt der Goldpreis um rund 10 Prozent.

Gegenwart: Auch der Ukraine-Krieg (seit 2022) und Trumps Zollpolitik (seit 2025) haben für Gold zu Wertsteigerungen geführt, während der Morgan-Stanley-Index („MSCI World“) für die Kapitalmärkte der Industrienationen jeweils ins Minus geriet.

Gold und Silber als Inflationsschutz 2024
Edelmetalle dürften auch künftig stark gefragt sein - dafür sorgen nicht zuletzt politische Unsicherheiten.© picture alliance / Zoonar | Stockfotos-MG

Derzeit deuteten also zahlreiche Faktoren auf eine weiterhin starke Nachfrage hin: Neben den Käufen durch Zentralbanken seien dies vor allem die politischen Unsicherheiten, ob in Osteuropa oder im Nahen Osten, und die Zinspolitik in Europa und den USA.

Wer sich angesichts dessen für eine Geldanlage in Gold entscheidet, sollte nicht auf kurzfristige Profite aus sein. Tagesaktuelle Schwankungen (der Wert wird zweimal täglich ermittelt) können erheblich sein. Und auch langfristig betrachtet steht das Edelmetall eher für Sicherheit als für Gewinnversprechen.