In vielen Industriestaaten mit etablierten Impfprogrammen galten Masern lange als eliminiert. Aktuelle Berichte zeigen jedoch eine deutliche Trendwende. Vor allem in den USA führte wachsende Impfskepsis zu steigenden Fallzahlen. Auch Kanada, Spanien, Großbritannien und Österreich haben den Status „masernfrei“ inzwischen wieder verloren.

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Masernausbruch in den USA und Mexiko: Lage ist beunruhigend

Nach aktuellen Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt sich die Dynamik der Masernausbreitung weltweit uneinheitlich. Die Daten aus 53 Staaten der europäischen Region belegen, dass nach dem Rekordjahr 2024 im Jahr 2025 in vielen Ländern ein deutlicher Rückgang verzeichnet wurde. Insgesamt registrierte die WHO 34.000 Fälle, was einem Rückgang um 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

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Demgegenüber bereitet die Entwicklung in Teilen Nordamerikas erhebliche Sorge. In Mexiko wurden rund 7000 Masernerkrankungen gemeldet, darunter 28 Todesfälle. Kanada verzeichnete etwa 5500 Fälle mit zwei Todesopfern. Besonders angespannt ist die Lage in den Vereinigten Staaten. Dort ist die Impfquote infolge zunehmender Impfskepsis auf 92,5 Prozent gesunken. Aus epidemiologischer Sicht gilt eine Quote von mindestens 95 Prozent als erforderlich, um die Ausbreitung des Virus wirksam zu verhindern.

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Für 2025 meldeten die Gesundheitsbehörden in den USA steigende Fallzahlen, darunter 803 Infektionen in Texas. In South Carolina wurden seit Beginn eines Ausbruchs im Oktober 876 Fälle registriert, von denen 838 ungeimpfte Personen betrafen, schreibt nature.com. Da die Vereinigten Staaten nach Einschätzung der WHO derzeit nicht in der Lage sind, Ausbrüche zuverlässig einzudämmen, haben sie den Status als „masernfrei“ verloren.

Zusätzliche politische Brisanz erhält die Situation durch die Haltung des US Gesundheitsministers Robert F. Kennedy Jr., der als impfkritisch gilt. Zwar sprach er sich jüngst für eine Impfung gegen Masern aus, betonte jedoch zugleich die Bedeutung einer gesunden Ernährung als zentralen Schutzfaktor.

Gerade im Hinblick auf die anstehende Fußball-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada ist die aktuelle Entwicklung besorgniserregend.

Deutschland ist nicht masernfrei: WHO-Impfquote wird nicht erreicht

Obwohl die Zahl der gemeldeten Masernerkrankungen in Deutschland laut RKI von 645 Fällen im Jahr 2024 auf 232 Fälle im Jahr 2025 zurückging, gilt das Land weiterhin nicht als masernfrei. Ausschlaggebend ist, dass die von der Weltgesundheitsorganisation geforderte Impfquote von 95 Prozent nicht erreicht wird. Zudem erfolgen die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen zwei Kombinationsimpfungen gegen Masern, Mumps und Röteln im Alter von elf und 15 Monaten häufig verzögert.

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Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts brechen Infektionsketten aufgrund der insgesamt hohen Durchimpfungsrate jedoch in der Regel rasch ab. Mehrere Länder, darunter Spanien, Großbritannien und Österreich, haben den Status der Masernelimination zuletzt wieder verloren, nachdem es dort zu lokalen Ausbruchsgeschehen gekommen war.

Masernvirus ist hochansteckend: Tödlicher Verlauf möglich

Das Masernvirus zählt zu den ansteckendsten bekannten Krankheitserregern. Eine Infektion äußert sich typischerweise durch Fieber, Husten und einen charakteristischen Hautausschlag, kann jedoch in schweren Fällen zu Komplikationen und sogar zum Tod führen. Die außerordentlich hohe Ansteckungsfähigkeit zeigt sich darin, dass sich bis zu 90 Prozent der nicht immunen Personen infizieren, wenn sie Kontakt zu einer erkrankten Person haben.

Der verfügbare Impfstoff gilt als sehr wirksam. Nach zwei verabreichten Dosen besteht ein Schutz von etwa 97 Prozent. Sogenannte Impfdurchbrüche treten nur selten auf und gehen in der Regel mit deutlich milderen Krankheitsverläufen einher.