Überraschung in Manchester: Forscher des dortigen Bolton Museum haben eine ungewöhnliche Kopfbedeckung aus frühchristlicher beziehungsweise koptischer Zeit untersucht, die etwa 1600 Jahre alt ist und dem römischen Kleidungsstil entspricht. Das seltene Objekt, das bereits vor mehr als 100 Jahren entdeckt wurde, besteht aus farbiger Filzwolle und erfüllte einen überraschenden Zweck.

Römisches Artefakt: Überraschende Entdeckung in Ägypten

Sir William Matthew Flinders Petrie, einer der international bedeutendsten Archäologen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, hatte das außergewöhnliche Exemplar frühantiker Kopfbekleidung bereits 1911 in der Ausgrabungsstätte Lahun im Fayum (Ägypten) freigelegt. Mit weiteren dort gefundenen Textilien übergab er den seltenen Fund später dem Bolton Museum in England.

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Nach Angaben des Bolton Council gehen Wissenschaftler nach ihrer neuen Untersuchung davon aus, dass es sich um eine für einen römischen Soldaten gefertigte Kopfbedeckung handelt. Deren Gestaltung erinnert an Modelle des 3. Jahrhunderts und wurde offenbar an die klimatischen Bedingungen Ägyptens angepasst. So bot das Kleidungsstück Schutz vor intensiver Sonneneinstrahlung und Sandstürmen.

Das organische Material des römischen Sonnenhutes zeigt deutliche Alterungsspuren. Aufgrund der Schäden durch Umwelteinflüsse und Schädlingsbefall wurde das Objekt einer umfassenden konservatorischen Behandlung unterzogen.

Seltenes Zeugnis der koptischen Textilkultur

Wissenschaftler datieren den Sonnenhut in die frühchristliche beziehungsweise koptische Epoche. Er besteht aus verschiedenfarbiger Filzwolle und wurde aus vier separaten Elementen gefertigt. Die etwa 39,5 Zentimeter breite Kopfbedeckung ist braun, rot und grün; dekorative Nähte verbinden die einzelnen Bestandteile.

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Der Hut gehört zu nur drei bekannten Exemplaren seiner Art und gilt als das am besten erhaltene. Die anderen befinden sich in der Whitworth Art Gallery in Manchester und in einem Museum in Florenz, Italien. Er stellt laut den Forschern ein herausragendes Beispiel koptischer Textilien aus frühchristlichen Gräbern der Region Fayum dar. Auffällig sind seine farbigen Muster und die anspruchsvolle Herstellung. Die nachgewiesenen Webmotive vereinen ägyptisches Ankh, römische Götter und christliche Heilige. Im August 2025 stellte das Bolton Museum den Sonnenhut nach seiner Restaurierung erstmals aus.