• Geminiden: Der stärkste Meteorstrom 2025 erreicht am Samstag, 13. Dezember, sein Maximum.
  • Eine Astronomin und Astrophysikerin gibt Tipps und liefert spannende Hintergründe zum Meteorschauer.
  • Wie und wann sind die Geminiden am besten zu beobachten? Wieso stellt der Meteorstrom Forschende noch vor Rätsel?

Ein vorweihnachtlicher Sternschnuppenschauer erwartet NRW in diesem Jahr. Im Dezember 2025 beschert der Asteroid (3200) Phaethon ein faszinierendes Himmelsphänomen. Warum und wann sich der Meteorstrom der Geminiden in diesem Jahr besonders gut beobachten lässt.

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„Das Geminiden-Maximum ist für den Morgen des 14. Dezember vorhergesagt und es ist der stärkste Strom des Jahres – sogar noch etwas stärker als die Perseiden, aber eben im Winter und daher viel unbekannter“, erklärt Astronomin und Astrophysikerin Susanne Hüttemeister, die das Planetarium Bochum leitet. Im Sommer ist es schließlich gemütlicher, nachts im Freien die Sterne zu beobachten.

METEORSCHAUER PERSEIDEN
Der Perseiden-Meteorschauer ist einer der bekanntesten Sternschnuppenströme und erreicht jährlich Mitte August sein Maximum. Der Strom der Geminiden ist jedoch noch ergiebiger.© FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

Geminiden 2025: Wann der Meteorschauer sein Maximum erreicht

Diese Tipps gibt Susanne Hüttemeister Interessierten, um den Sternschnuppenregen gut sehen zu können: „Die Meteorbeobachtung ist super einfach. Sie können überall am Himmel aufleuchten. Man muss nur die richtige Uhrzeit kennen.“ Im Fall der Geminiden ist das am 13. Dezember 2025 ab 20 Uhr. Im Vergleich: Bei den wesentlich bekannteren Perseiden im August sei die Beobachtung erst gegen 23 Uhr möglich.

„Das bloße Auge ist das beste Instrument.“

Bochum - Besuch im Planetarium
Susanne Hüttemeister, Astronomin, Astrophysikerin und Leiterin des Planetariums Bochum

Am wichtigsten sei ein dunkler Ort, möglichst weit entfernt von Lichtverschmutzung. Halden könnten sich eignen, wenn sie nicht stadtnah sind. Von Hilfsmitteln, um den Schauer zu beobachten, rät die Astronomin ab: „Kamera oder Fernglas sind eher schlecht, weil sie einen kleineren Ausschnitt des Himmels zeigen. Das bloße Auge ist das beste Instrument.“ Für alle, die auf gute Fotos hoffen, sei eine Langzeitbelichtung wichtig. „Das wäre aber schon ein Glücks- und Zufallstreffer“, sagt Hüttemeister.

Meteorschauer der Geminiden: Optische Täuschung erklärt ihren Namen

Obwohl es bei Fotos mit einer Langzeitbelichtung so aussieht, als würden die Sternschnuppen direkt auf den Beobachter zukommen, ist das nur eine Illusion. Verlängere man die Strichspuren, die die Geminiden am Himmel erscheinen lassen, träfen sich die Linien in einem Punkt. Der scheinbare Ausstrahlungspunkt liege im Sternenbild der Zwillinge, begründet Susanne Hüttemeister die Namensherkunft. Denn „Gemini“ sind im Lateinischen die „Zwillinge“.

Geminiden 2025: Mit einer Langzeitbelichtung zeichnen sich faszinierende Leuchtstreifen ab.
Geminiden 2025: Mit einer Langzeitbelichtung zeichnen sich faszinierende Leuchtstreifen ab.© KPNO/NOIRLab/NSF/AURA | Rob Sparks

Dieser Ausstrahlungspunkt sei ein „rein perspektivischer Effekt“. Ebenso, dass die Sternschnuppen auf den Beobachter zufliegen: „Die Erde fliegt durch die Teilchen. Man kann sich das wie ein Auto vorstellen, das durch herabfallenden Schnee fährt. Rein optisch kommen die Teile von vorne, der Bewegungsrichtung, obwohl sie eigentlich von oben kommen“, so die Leiterin des Planetariums Bochum.

Interessierte müssen also nicht extra lange wach bleiben und das ist der Astronomin zufolge außergewöhnlich: „Die Geminiden sind fast der einzige Meteoritenschauer, den man schon abends sehen kann.“ Wer 2025 von den Perseiden enttäuscht war, hat bei den Geminiden bessere Chancen. „Dieses Jahr waren die Perseiden wegen des Vollmonds nicht so gut zu sehen“, erklärt die Expertin. Beim Meteorstrom im Dezember störe der Mond aber kaum.

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Advent 2025: Die Geminiden lassen sich bereits ab 20 Uhr beobachten.
Advent 2025: Die Geminiden lassen sich bereits ab 20 Uhr beobachten. © dpa | Matthias Balk

Geminiden im Advent 2025: Gute Bedingungen, um die Sternschnuppen zu beobachten

Generell sind die Geminiden ein starker Meteorstrom, 2025 stimmen aber zudem noch die Voraussetzungen. Die Astrophysikerin erklärt: „Der Mond ist super! Er nimmt ab, geht erst um 2.45 Uhr auf, ist nur zu 28 Prozent beleuchtet und steht in der Nacht zum 14. Dezember im Sternbild der Jungfrau. Das heißt, der Mond ist weit weg und stört nicht. Wenn es also klar ist, sollten die Geminiden gut zu sehen sein.“

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Zum Höhepunkt der Geminiden können bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen sein. Diese Zahl klingt zwar beeindruckend, Susanne Hüttemeister betont aber, dass es sich um eine „theoretische Rate“ handelt: „Wenn man von Horizont zu Horizont blicken kann und es perfekt dunkel ist, könnte man diese Anzahl sehen. 20 Sternschnuppen pro Stunde sind aber realistisch.“

Meteorstrom der Geminiden
In der Nacht vom 13. auf 14. Dezember 2025 wird der Höhepunkt der Geminiden erwartet. Bereits am Abend haben Beobachter die Möglichkeit, Sternschnuppen zu entdecken.© dpa | Patrick Pleul

Geminiden-Meteorstrom: Rätsel um Ursprung und ungewöhnlichen Asteroiden

Der genaue Ursprung der Geminiden gebe noch Rätsel auf. „Dass es sich um einen Asteroiden anstatt eines Kometen handelt, ist ungewöhnlich“, erklärt die Astronomin. Bei einem Kometen könne man sich die Leuchtstreifen leichter erklären.

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„Kometen bestehen neben Gestein aus viel Eis und Staub. Letztere Materialien verdampfen schnell in der Atmosphäre und ein sichtbarer Schweif entsteht. Asteroiden – wie Phaeton einer ist – bestehen fast nur aus Gestein. Sie haben keinen Eisanteil. Die Dichte ist höher und dennoch sieht man bei den Geminiden Leuchtstreifen. Warum macht Phaethon das?“ Ihre ehrliche Antwort: „Wir wissen es nicht genau.“