Die Internationale Automobilausstellung (IAA) hat ihren Platz gefunden: München ist nicht länger nur Gastgeber, sondern neue Heimat der weltgrößten Automesse – mindestens bis 2031. Was einst in Frankfurt Tradition war, wird nun in Bayern zum Zukunftslabor. Und die IAA 2025 zeigt, wie radikal sich Mobilität neu erfindet: Auf den Straßen rollen Elektroautos mit Reichweiten jenseits der 700 Kilometer, am Himmel hebt das erste serienreife Flugtaxi ab.
Elektroauto-Duell zwischen BMW, Mercedes und VW
Auf der Bühne in München setzen die deutschen Premiumhersteller auf maximale Strahlkraft – und liefern sich ein regelrechtes Reichweiten-Rennen. BMW und Mercedes präsentieren neue Stromer, die zwischen 700 und 800 Kilometern schaffen sollen. Damit wollen sie demonstrieren, dass Elektroautos nicht nur für den Stadtverkehr taugen, sondern den klassischen Verbrenner auch auf der Langstrecke ablösen können.
Volkswagen verfolgt eine andere Strategie: Mit dem ID Polo bringt der Konzern erstmals den versprochenen „Volks-Stromer“ – ein kompaktes, vergleichsweise erschwingliches Elektroauto für den Massenmarkt. Parallel dazu erhält der Dauerbrenner VW T-Roc ein gründliches Facelift, um SUV-Käufern den Übergang ins Elektrozeitalter leichter zu machen.
Doch die deutschen Marken sind längst nicht mehr allein: Marken wie Renault, Kia, Polestar und die chinesischen Herausforderer BYD und Leapmotor nutzen die IAA ebenfalls, um ihre E-Offensiven vorzustellen. Wie die Branchenzeitschrift „Autoweek“ berichtet, wächst damit der Druck auf die Platzhirsche aus Stuttgart, München und Wolfsburg spürbar – vor allem aus Asien, wo Tempo und Innovationskraft derzeit kaum zu bremsen scheinen.
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Flugtaxi aus China: Govy Aircab sorgt für Aufsehen
Während die deutschen Hersteller um Reichweitenrekorde am Boden ringen, sorgt in den Messehallen ein Exot aus China für Staunen. Der Konzern GAC präsentierte mit seiner Submarke Govy das Aircab – eines der weltweit ersten Flugtaxis, das tatsächlich in Serie gehen soll.

Laut „CHIP“ sind die Daten nüchtern, aber eindrucksvoll:
- Preis: rund 200.000 Euro
- Reichweite: 20 bis 30 Kilometer
- Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
- Kapazität: zwei Personen, maximal 154 Kilogramm Zuladung
- Abmessungen: 5,36 Meter Länge, 5,75 Meter Breite, 2,40 Meter Höhe
- Ladezeit: 20 Minuten
Das Aircab ist damit klar als Kurzstrecken-Flugtaxi konzipiert – kein Alltagsfahrzeug, sondern ein urbanes Nischenprodukt für wohlhabende Pioniere. Auch der Innenraum, so beschreibt es „Chip“, folgt diesem futuristischen Anspruch: minimalistisch, mit zwei Sitzen und einer digitalen Steuerung, die sich ganz auf den Passagier richtet.
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Marktstart in China – Deutschland muss warten
Noch ist das Govy Aircab mehr Vision als Alltag. Zwar hat GAC den Verkauf in China nach eigenen Angaben bereits eröffnet, doch ohne die nötigen Genehmigungen bleibt das Gerät bislang am Boden. Erste Probebetriebe in der Greater Bay Area Guangdong–Hongkong–Macao sollen noch in diesem Jahr beginnen.
Eine Schlüsselrolle spielt dabei Hongkong, das der Konzern als internationales Drehkreuz für seine Expansion ausbauen will. Von dort aus will GAC Schritt für Schritt den Weltmarkt erobern. Die Auslieferung an erste Kunden plant der Hersteller für Ende 2026. Nach Europa wird sich die Reise allerdings verzögern: Mit einem Markteintritt in Deutschland rechnet GAC frühestens ab 2027.







