Wenn eine Beziehung endet, stehen viele Menschen vor dem großen Chaos. Emotional durchläuft man eine Achterbahnfahrt nach der nächsten und dazu gesellen sich oft noch Schlafprobleme und Appetitlosigkeit. Doch wie gelingt es, durch diese schwere Zeit hindurchzukommen? Wie verarbeitet man eine Trennung und welche Phasen durchläuft man dabei?

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Dass Partnerschaften enden, ist in unserer Gesellschaft keine Seltenheit. Die aktuellsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, dass im Jahr 2023 etwa 129.000 Ehen geschieden wurden – im Durchschnitt also über 350 Scheidungen pro Tag. Doch egal, ob nun eine Ehe oder eine Partnerschaft ohne Trauschein in die Brüche geht: Die Betroffenen erwischt eine solche Veränderung immer hart. Psychologen und Wissenschaftler klären auf, warum Herzschmerz so schwerwiegt und wann man ihn überwunden hat.
Schmerzhaftes Ende einer Liebesbeziehung: Wie man sich fühlt, wenn man eine Trennung verarbeitet
Jeder Mensch geht mit seiner Trennung auf eine individuelle Art und Weise um, dennoch gibt es Gemeinsamkeiten, die bei den meisten Betroffenen auftreten: die vier Phasen der Trennungsbewältigung. Im Leben eines Menschen gibt es viele emotional belastende Erlebnisse – und neben Tod eines Angehörigen, sind es vor allem auch Trennungen – das ergab eine Studie der University of California. Demnach gehört Liebeskummer zu den schwierigsten Erfahrungen im Leben: Sie sei mit physischem Schmerz verbunden und könne zu Depressionen führen.
Interessanterweise haben kalifornische Forscherinnen und Forscher herausgefunden, dass beim Trennungsschmerz ähnliche Hirnregionen aktiviert werden wie bei körperlichen Beschwerden. Der Fachbegriff dafür lautet: „Broken-Heart-Syndrom“. Er wurde von einem Forscherteam der Johns Hopkins University School of Medicine geprägt. Wie das Team festgestellt hat, können Trennungen sogar zu körperlichen Symptomen wie Herzschmerzen oder Atemnot führen.
Schlimmer Herzschmerz: Bei einer Trennung gerät der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht
Ein gebrochenes Herz äußert sich nicht nur in seelischen und physischen Symptomen, sondern wirft auch den Hormonhaushalt durcheinander. Die psychische Belastung steigert die Produktion von Stresshormonen wie Adrenalin, während der Spiegel der Glückshormone deutlich absinkt. Ähnlich wie bei Drogenabhängigen können in dieser Phase Entzugserscheinungen auftreten.
Die vier Phasen der Trennung: Diese Emotionen durchleben getrennte Partnerinnen und Partner
Erste Phase: Der erste Schreck
Vielleicht hatte man bereits eine Ahnung, dass die Beziehung bald enden könnte. Doch selbst wenn das Ende nicht überraschend ist, kann es dennoch zu einer emotionalen Überforderung führen. „Als erste Reaktion weigern sich viele Paare, die neue, brutale Realität zu akzeptieren“, berichtet Beziehungscoachin Daniela van Santen aus Hamburg. Insbesondere Männer versuchten sich gezielt von ihrer Trauer abzulenken. Oft möchten sie nach außen hin stark wirken, während sie innerlich mit ihrem Schmerz kämpfen.
Viele Betroffene möchten die Trennung nicht wahrhaben und haben noch die Hoffnung, ihre Partnerin oder ihren Partner zurückzugewinnen. Das ist laut van Santen nicht ungewöhnlich, da eine Trennung einen erheblichen Verlust darstellt und das Ende des gemeinsamen Lebens markiert. Den Betroffenen rät die Coachin, sich auf andere wichtige Beziehungen zu fokussieren – sei es zu engen Freunden, Geschwistern oder Eltern. Besonders in der ersten Phase der Trennung ist es entscheidend, den Schmerz und die Gedanken mit vertrauten Menschen zu teilen.
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Zweite Phase: Das emotionale Chaos
Nach der ersten Schock-Phase folgt die Akzeptanz, so van Santen. In dieser Phase werden Menschen häufig von einem Gefühlschaos überwältigt: Wut, Trauer, Selbstzweifel, Verlustängste – sie können sogar alle auf einmal auftreten. Die Beziehungsexpertin empfiehlt den Männern, ihre Gefühle bewusst wahrzunehmen und mit vertrauten Personen über das Erlebte zu sprechen. Frauen hingegen rät die Coachin, sich auf andere Dinge im Leben zu konzentrieren. „Etwas Ablenkung hilft, um auch mal durchatmen zu können“, sagt sie.
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Dritte Phase: Die Neuorientierung
Die gute Nachricht vorab: In dieser Phase sind die schwersten Momente meist überwunden. „Nach etwa sechs Wochen Trauer und Schmerz fängt das Leben wieder an, bunter zu werden“, sagt van Santen. Sobald die Betroffenen ihre Gefühle wieder etwas in den Griff bekommen, können sie anfangen, die Trennungswunden zu heilen. In der dritten Phase sei es hilfreich, Neues auszuprobieren – etwa ein neues Hobby, einen neuen Haarschnitt oder einen veränderten Lebensstil.
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Vierte Phase: Der Abschluss
In der letzten Phase haben die meisten Menschen ihren Frieden mit der Trennung gemacht. Sie seien nun für einen Neuanfang bereit, sagt die Beziehungsexpertin. „Erst in dieser Phase“, so van Santen, „haben die Betroffenen den Trennungsschmerz verarbeitet und sind theoretisch bereit für eine neue Partnerschaft. Aber natürlich in ihrem eigenen Tempo.“
Dieser Artikel erschien zuerst bei der Berliner Morgenpost.





