In unserer Gesellschaft sind wir ständig mit unrealistischen Darstellungen von Liebe, Beziehungen oder auch Sexualität konfrontiert. Doch nicht selten färben diese Abziehbilder auf unser Unterbewusstsein ab. Und auch wenn der alles verändernde Liebesakt nur in der Theorie existiert, so möchten doch viele Männer diesen Traum für ihre Partnerin wahr werden lassen. Das wiederum erzeugt viel Druck. So gaben kürzlich in einer Studie von „ElitePartner“ etwa 1000 von 4000 Befragten an, Versagensängste im Bett zu haben. Doch was steckt dahinter und wie kann man sich diesen Druck im Schlafzimmer wieder nehmen?

Leistungsdruck beim Sex: Expertin beleuchtet die Hintergründe der Versagensängste

Der Leistungsdruck beim Sex entsteht nicht nur durch den sozialen Druck, sondern werde durch psychologische Faktoren enorm verstärkt, sagt Paar- und Sexualtherapeutin Beatrice Wagner. Die Sorge um das eigene sexuelle Auftreten führe häufig zu Erektionsproblemen und vorzeitigem Samenerguss. Nicht selten sei die Angst, sexuell zu „versagen“, so groß, dass es auch zu Orgasmusschwierigkeiten kommt, erklärt die Expertin. „Gegen solche psychischen Probleme hilft oft auch die berühmte blaue Pille nicht“, so Wagner.

Sexualität: Wie Paare sich gegenseitig den Druck und die Angst nehmen können

Oft führen die Ängste in einen Teufelskreis: „Der Leistungsdruck führt dazu, dass man sexuell nicht so leistungsfähig ist, wie man gerne wäre – und das wiederum führt dazu, dass die Angst vor sexuellem Versagen immer größer wird“, erklärt die Sexualtherapeutin. Passiert es immer wieder, dass man im Bett nicht so funktioniert wie man sich vorstellt, könne es auch zu einer sexuellen Lustlosigkeit führen.

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Wie der klinische Sexualexperte Christoph Joseph Ahlers in seinem Buch „Himmel auf Erden und Hölle im Kopf“ erklärt, könne Sex psychosoziale Grundbedürfnisse erfüllen und ermöglichte es den Menschen, auf eine intime Art und Weise miteinander zu kommunizieren. Paartherapeutin Wagner weist darauf hin, dass sich Paare bei diesem intimen Austausch so akzeptieren sollten, wie sie sind, und einander weiterhin Liebe und Zärtlichkeit zeigen sollten, auch wenn es im Bett nicht wie nach einem perfekten Drehbuch läuft. Denn das Ausbleiben von Nähe könnte den Leistungsdruck erhöhen. Begegnen sich Partner mit Verständnis und Akzeptanz, können die Versagensängste überwunden werden, so die Expertin.

Paartherapeutin spricht Klartext: Die wichtigsten Tipps, um sexuelle Versagensängste zu bezwingen

1. Sexroutine mal anders

Eine Hotelübernachtung zu zweit oder ein gemeinsames Abendessen könnten hier Wunder bewirken. Paartherapeutin Wagner empfiehlt, eine Sex-Pause einzulegen und die Sexroutine zu durchbrechen. Wichtig sei dabei, sich nicht nur auf den Höhepunkt zu konzentrieren. „Es geht vielmehr darum, wieder ein gemeinsames Liebesspiel zu entwickeln“, so die Expertin.

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2. Sich beim Sex fallen lassen

Männern, die beim Sex immer noch an die Arbeit denken und sich nicht auf das Hier und Jetzt fokussieren können, empfiehlt Wagner, mehr auf ihre Wahrnehmung zu achten. „Für einen Orgasmus muss man den Kontrollteil im Gehirn für einen Moment ausschalten und sich der Situation einfach hingeben“, sagt sie und ergänzt: „Sie wissen oft gar nicht, was sie beim Sex empfinden.“ Eines steht demnach klar: Um sich beim Sex fallen zu lassen, brauche es Vertrauen.

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3. Männer müssen keine Sexmaschinen sein

Die Sexualtherapeutin erklärt: „Männer müssen sich von dem Druck befreien, immer wie eine Maschine funktionieren zu müssen.“ Die hohen Erwartungen führen demnach dazu, dass Männer entweder gar keine Lust mehr auf Sex haben, sich eine Affäre suchen oder Erektionsprobleme bekommen. „Der Druck lastet auf dem Mann: Er muss immer können, auf Kommando eine Erektion bekommen und die Frau befriedigen“, sagt Wagner.