Tourismus

Route der Industriekultur sichert über 6000 Jobs

Einer der Publikumsmagneten: der Landschaftspark Duisburg-Nord

Einer der Publikumsmagneten: der Landschaftspark Duisburg-Nord

Foto: Christian Schmitt

Essen.   Das Ruhrgebiet schreibt Erfolgsgeschichte: Mehr als sieben Millionen Besucher sind eine Marke, die keinen Vergleich scheuen muss.

Mit über sieben Millionen Besuchern im Jahr zählt die „Route der Industriekultur“ inzwischen zu den meistbesuchten touristischen Attraktionen bundesweit. Zugleich erzeugt der Besucherstrom an den 25 Ankerpunkten entlang der Route Umsätze in dreistelliger Millionenhöhe und löst Beschäftigungseffekte von umgerechnet rund 6150 Arbeitsplätzen in der Region aus.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts dwif aus München. Das Institut ermittelte im Auftrag des Regionalverbandes Ruhr (RVR) erstmals die ökonomische Bedeutung der 1999 eröffneten Industriekultur-Route für die Region. Demnach sind die Hälfte der 7,26 Millionen Besucher Tagesreisende, etwa ein Drittel sind Einheimische, knapp 17 Prozent Übernachtungsgäste. Im Schnitt geben die Besucher rund 40 Euro pro Tag im direkten Umfeld der Route aus. Gemessen an der Zahl der Aufenthaltstage und der Größe des Umsatzes spiele der Tagestourismus eine zentrale Rolle für die Industriekultur, heißt es in der Studie.

„Ein vergleichbares Netzwerk gibt es nicht“

Manfred Zeiner, Chef des auf Tourismus-Beratung spezialisierten dwif-Instituts, unterstrich das Alleinstellungsmerkmal der Route. „Ein vergleichbares Netzwerk an Sehenswürdigkeiten gibt es in Deutschland nicht.“ Eine anderer Zusammenschluss großer Sehenswürdigkeiten – die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mit ihrem „Highlight“ Schloss und Park Sanssouci – leidet seit Jahren unter Besucherrückgang und kam 2017 auf nur noch knapp 1,6 Millionen Gäste. Solche Besucherzahlen erreichen Zeche und Kokerei Zollverein allein: 1,5 Millionen Menschen wollten das Weltkulturerbe im Essener Norden 2017 sehen. Dahinter folgt der Landschaftspark Duisburg-Nord mit rund 1,2 Millionen Besucher, der Duisburger Innenhafen (eine Million), der Gasometer Oberhausen (600.000) und der Nordsternpark Gelsenkirchen (450.000).

„Jeder Euro macht sich doppelt bezahlt“

RVR-Planungsdirektor Martin Tönnes sprach von einer beeindruckenden Bilanz. „Jeder Euro, den wir in die Sicherung und Instandsetzung der Route stecken, macht sich doppelt für das Ruhrgebiet bezahlt“, sagte Tönnes.

Derzeit wenden Land und RVR zusammen jährlich 9,5 Millionen Euro für Erhalt und Pflege von fünf Großstandorten der Route auf. Die Finanzierungsvereinbarung zwischen Land und RVR wurde erst 2017 um zehn weitere Jahre verlängert.

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