Kita-Gebühren

NRW-Regierung: Ab 2020 sind zwei Kita-Jahre kostenlos

Ab 2020 werden in Nordrhein-Westfalen Eltern entlastet, deren Kinder zur Kita gehen.

Ab 2020 werden in Nordrhein-Westfalen Eltern entlastet, deren Kinder zur Kita gehen.

Foto: Rolf Vennenbernd

Essen.   Eltern und Träger begrüßen die Pläne der Landesregierung für ein zweites beitragsfreies Kita-Jahr. 1,3 Milliarden Euro sollen investiert werden.

Die Ankündigung des NRW-Familienministeriums, ab 2020 ein zweites beitragsfreies Kita-Jahr zu schaffen, trifft bei Vertretern der Eltern und Wohlfahrtsorganisationen auf ein verhalten positives Echo.

Der Landeselternbeirat der Kindertageseinrichtungen sprach von einem „ersten Schritt hin zu mehr Familienfreundlichkeit“ in NRW. „Gerade Eltern mit mittleren Einkommen werden bei den Kita-Gebühren überproportional stark belastet, so dass oft das zweite Gehalt einer Familie dafür drauf geht“, sagt Attila Gümüs, Sprecher des Beirats. Er vertritt die Eltern von über 600.000 Kita-Kindern. Langfristig müsse das Ziel aber sein, dass die Kita grundsätzlich kostenfrei wird: „Frühkindliche Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Investition in zusätzliche Plätze und Personal

NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) hat am Dienstag eine kräftige Finanzspritze für die knapp 10.000 NRW-Kitas angekündigt. 1,3 Milliarden Euro von Bund, Land und Kommunen sollen ab 2020/21 nicht nur ermöglichen, dass neben dem beitragsfreien letzten Jahr in der Kita auch das vorletzte für die Eltern nichts kostet. Zudem soll in zusätzliche Plätze und mehr Personal investiert werden.

Positiv bewertet auch der Kita-Zweckverband des Bistums Essen den Vorstoß des Landes. „Wir sind dankbar für jeden Euro, der ins Kita-System gesteckt wird“, sagte Geschäftsführerin Mirja Wolfs dieser Zeitung. Noch nicht gelöst sei damit allerdings das Problem, dass die Kita-Landschaft in NRW notorisch unterfinanziert sei. Der Verband verwaltet rund 270 Kindertagesstätten und fordert seit Jahren eine bessere Finanzausstattung der NRW-Kitas.

Online-Petition erhöhte den Druck

Als persönlichen Erfolg sieht Michael Fleuren aus Duisburg die Landespläne. Der Vater eines einjährigen Sohnes hatte zuletzt mit einer Petition für die Abschaffung der Kita-Gebühren in NRW gekämpft. Im Landtag war Fleurens Petition zwar gescheitert. Dass es nun zumindest das zweite freie Kita-Jahr geben soll, sei ein Fortschritt. „Ich glaube schon, dass meine Petition geholfen hat“, ist sich der Vater sicher. Für ihn bedeutet das kostenfreie zweite Kita-Jahr bares Geld: Ab 2020 besucht sein Sohn die Kita – eine 35-stündige Betreuung in Duisburg kostet ihn monatlich 261 Euro.

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