Möbelriese

Ikea streicht Ausbaupläne fürs Ruhrgebiet zusammen

Ikea sucht künftig - wie hier in Essen – zentralle Lagen für Neuansiedlungen.

Foto: Christof Kšpsel

Ikea sucht künftig - wie hier in Essen – zentralle Lagen für Neuansiedlungen. Foto: Christof Kšpsel

Essen.   Der schwedische Möbelriese Ikea halbiert seine Neubaupläne für das Ruhrgebiet. Die betroffenen Städte reagieren enttäuscht auf die Ankündigung.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Möbelriese Ikea kündigte am Mittwoch an, auf den Bau von Einrichtungshäusern in Bottrop und Castrop-Rauxel zu verzichten. Die neue Filiale in Essen soll kleiner ausfallen und später eröffnet werden. Nach Angaben einer Sprecherin ist Ikea aber im Raum Bochum und Herne nach wie vor auf der Suche nach einem geeigneten Standort.

Die Absage an Bottrop trifft die Stadt völlig überraschend. Oberbürgermeister Bernd Tischler (SPD) zeigte sich enttäuscht, dass Ikea die „weit fortgeschrittenen Planungen völlig unerwartet“ für beendet erklärt. Der Standort in einem Gewerbegebiet nahe der Essener Stadtgrenze passt offenbar nicht mehr in die neue Strategie des Unternehmens. Ikea will weg von der grünen Wiese und sucht neue Standorte in Innenstadt-Nähe. „Die dezentrale Lage des Grundstücks abseits des Stadtzentrums ist nicht mehr zukunftsfähig“, begründet Johannes Ferber, Expansionschef von Ikea Deutschland, das Aus für Bottrop. „Wichtig ist eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Auch Kunden ohne Auto müssen uns gut erreichen können.“

„Die dezentrale Lage ist nicht mehr zukunftsfähig“

Die neuen Standort-Anforderungen der Schweden treffen auch die Stadt Essen. Bislang hatte Ikea geplant, die bestehende Filiale in der Innenstadt aufzugeben und in einen Neubau auf einer Industriebrache zu ziehen, die zu einem neuen Stadtviertel entwickelt wird. „Wir planen Format und Größe gerade neu. Der Eröffnungstermin 2020 in Essen ist deshalb nicht mehr zu halten“, sagte eine Ikea-Sprecherin der WAZ.

Während der Konzern seine Pläne in Bottrop und Castrop-Rauxel aufgibt, will er sich weiterhin im Raum Bochum/Herne ansiedeln. „Wir sind in der Region schon länger auf der Suche nach einem geeigneten Standort“, erklärte die Ikea-Sprecherin. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Zum dichten Filialnetz an Rhein und Ruhr gehören auch die Möbelhäuser in Duisburg, Dortmund, Düsseldorf und Wuppertal.

Nach einer langen Phase der Expansion war Ikea war im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/2017 in seinem wichtigsten Einzelmarkt Deutschland nicht mehr so schnell gewachsen wie zuvor. Sechs Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet der Möbelhändler inzwischen über das Internetgeschäft, das er weiter ausbauen will.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (12) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik