Geburtskliniken stehen Schließungen bevor

Ruhrgebiet.   Nordrhein-Westfalen steht die Schließung weiterer Geburtsstationen in Krankenhäusern bevor. Sie gelten erst ab etwa 800 Geburten im Jahr als wirtschaftlich, das ist ein Wert, den nach WAZ-Informationen nur die Hälfte der Stationen erreicht. Die Wege für Hochschwangere werden damit weiter. Die nächste Schließung geschieht zum Jahresende in Gladbeck.

Nordrhein-Westfalen steht die Schließung weiterer Geburtsstationen in Krankenhäusern bevor. Sie gelten erst ab etwa 800 Geburten im Jahr als wirtschaftlich, das ist ein Wert, den nach WAZ-Informationen nur die Hälfte der Stationen erreicht. Die Wege für Hochschwangere werden damit weiter. Die nächste Schließung geschieht zum Jahresende in Gladbeck.

Die Zahl der Geburtskliniken sank in den letzten vier Jahren in NRW von 190 auf 173. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Geburten stetig an: 2015 waren es in NRW 160 468 – der höchste Wert seit dem Jahr 2002. Die „weitere Zentralisierung“ empfiehlt auch eine Studie des „Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung“. Eine gute medizinische Versorgung von Schwangeren sei „mit deutlich weniger Kliniken als bisher möglich“.

Heftige Proteste kommen von den Hebammen: „Es kann nicht sein, dass trotz steigender Geburtenzahlen immer mehr Häuser schließen“, sagt Daniela Erdmann aus dem Vorstand des Landesverbands der Hebammen. Sie rechnet vor, dass bereits jetzt eine Hebamme im Krankenhaus bis zu vier Frauen gleichzeitig unter der Geburt betreuen müsse.

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