Neue Regelung

Strengerer Datenschutz löst bei Firmen teils Panik aus

Die Bestimmungen für den Datenschutz werden im Mai verschärft. Viele Firmen und Vereine befürchten Schwierigkeiten.

Die Bestimmungen für den Datenschutz werden im Mai verschärft. Viele Firmen und Vereine befürchten Schwierigkeiten.

Foto: imago stock&people

Essen.   Am 25. Mai treten neue, EU-weit geltende Datenschutzregeln in Kraft. Viele Unternehmen sind verunsichert, in manchen ist gar von Panik die Rede.

Neue Datenschutzgesetze sorgen bei Vereinen und Betrieben in der Region für große Unsicherheit und erhebliche Probleme. „Das Wort Panik ist im Umlauf“, sagte Marc Balke, Datenschutzbeauftragter der Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet. „Vor allem kleine und mittelständische Firmen befürchten einen hohen Verwaltungsaufwand.“ Michael Bock vom NRW-Berufsverband der Datenschutzbeauftragten berichtet von täglich mehreren Anfragen aufgebrachter Unternehmer: „Wer sich bisher nicht mit Datenschutz befasst hat, muss jetzt kräftig nacharbeiten.“

Am 25. Mai treten nach zweijähriger Übergangsfrist neue, EU-weit geltende Datenschutzregeln in Kraft. Von dieser größten Reform des Datenschutzrechts in der EU seit ihrer Gründung sind Einzelhändler und Handwerker ebenso betroffen wie Sportvereine und Verbände, die personenbezogene Daten nutzen. Im Kern müssen sie genau nachweisen können, in welchem Umfang und zu welchem Zweck sie Daten von Kunden und Mitgliedern erheben. Wer Listen über sportliche Leistungen veröffentlicht, muss die Mitglieder um Einwilligung bitten. Gleiches gilt für Händler, die Kunden Werbung schicken. Bei Verstößen drohen hohe Bußgelder – in gravierenden Fällen geht es um Millionen.

„Die Angst, etwas falsch zu machen, ist enorm“,

Entsprechend groß sei die Verunsicherung bei den Ehrenamtlichen der Sportvereine, sagte Frank Michael Rall vom Landessportbund. „Die Angst und Sorge, etwas falsch zu machen, ist bei den Vereinen enorm“, so Rall. Der Informationsbedarf ist hoch: Fortbildungen und Lehrgänge sind in der Region vielfach ausgebucht, Datenschutzexperten so gefragt wie nie.

Marc Heistermann, Geschäftsführer des Handelsverbandes Ruhr, prognostizierte für seine Branche, dass viele Einzelhändler die neuen Vorgaben nicht rechtzeitig umgesetzt haben werden. „Viele haben die Dimension noch gar nicht erkannt “, so Heistermann. Er warnte vor spezialisierten Kanzleien, die Unsicherheiten beim Datenschutz ausnutzen und bei Firmen und Vereinen abkassierten.

Die Landesdatenschutzbeauftragte betonte, dass mit den neuen EU-Regeln „überall in Europa künftig dasselbe Schutzniveau für das Grundrecht auf Datenschutz gelten“ solle. Wichtig sei, ergänzen Fachleute aus der Branche, dass sich Tausende Firmen nun erstmals mit dem Schutz ihrer Kundendaten intensiv befassten.

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