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Drogenbeauftragter fordert Bier und Wein erst ab 18 Jahren

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Cannabis: Diese Gefahren birgt die Droge für Erwachsene

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Cannabis wird in der neuen Regierung legalisiert. Doch die Auswirkungen der Droge auf den Körper und die Psyche der Konsumenten dürfen nicht unterschätzt werden.

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Berlin  Bier und Wein dürfen bereits ab 16 Jahren gekauft werden. Der Drogenbeauftragte forderte nun die Erhöhung des Erwerbsalters.

Der Beauftrage der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen Burkhard Blienert (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, Bier, Wein und Schaumwein nur an volljährige Personen zu verkaufen.

Es sei „nicht sinnvoll“, dass 16-Jährige bereits Alkohol kaufen könnten, sagte Blienert in einem Interview mit der "Welt". „Die Wissenschaft sagt uns, dass es nicht vernünftig ist, Bier und Wein an Minderjährige zu verkaufen“, erklärte der Drogenbeauftragte weiter.

Blienert will Erwerbsalter auf 18 Jahre erhöhen

Es gebe viele medizinische Argumente, die dafür sprechen würden, das Erwerbsalter für Alkohol insgesamt auf 18 Jahre zu erhöhen, sagte Blienert. In anderen Ländern hätte man damit bereits gute Erfahrungen gemacht.

Damit bezieht er sich auf Ländern wie beispielsweise Frankreich, Italien oder Großbritannien, in denen der Kauf von Alkohol grundsätzlich erst ab 18 Jahren gestattet ist. Blienert fuhr fort: „Was politisch möglich ist, werden wir sehen.“

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Drogenbeauftragter kritisiert "Begleitetes Trinken"

Blienert kritisierte außerdem, dass es bereits ab 14 Jahren möglich sein, in der Anwesenheit sorgeberechtigter Personen Bier, Wein oder Schaumwein zu trinken. „Was jedenfalls so gar nicht geht, ist das sogenannte begleitete Trinken“, erklärte Blienert. Grundsätzlich forderte er, man müsse von „einem freien Wildwuchs sukzessive zu einem regulierten, kontrollierten Umgang mit Tabak und Alkohol kommen“.

Auch Werbung für Alkohol und Tabak beanstandete Blienert. „Ich halte es für erforderlich die Werbemöglichkeiten für Alkohol und Tabak ganz deutlich zu beschränken“, sagte der Drogenbeauftragte der Bundesregierung. In diesem Fall läge die Verantwortung allerdings bei den Ländern.

Grüne und FDP offen für Diskussion

Auch die Grünen und die FDP zeigten sich offen für die Diskussion über die Anhebung des Mindesalters. Die für Drogen- und Suchtpolitik zuständige Berichterstatterin der Bundestagsfraktion der Grünen, Linda Heitmann, erklärte: „Alkohol ist bislang in Deutschland sehr leicht verfügbar und ich möchte gemeinsam mit dem Bundesdrogenbeauftragten daran arbeiten, hier die Verhältnisprävention zu stärken.“

Eine bessere Verhältnisprävention umfasse dabei mehrere Aspekte und könnte auch eine Änderung der Altersgrenze für den Kauf von Alkohol beinhalten. „Eine Anhebung des Mindestalters auf 18 Jahre ist eine Maßnahme, der ich aufgeschlossen gegenüberstehe“, sagte Heitmann. Die Erfahrung zeige, dass die Möglichkeit in Deutschland bereits ab 16 Jahren Alkohol zu erwerben, nicht zu einem verantwortungsvolleren Umgang führe. Deutschland gehöre zu den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Konsum von Alkohol weltweit.

Auch die sucht- und drogenpolitische Sprecherin der Fraktion der FDP im Bundestag, Kristine Lütke, begrüßte den Anstoß zur Diskussion über Alkoholkonsum und dessen Folgen durch Blienert. „Die gesundheitlichen Folgen von Alkoholkonsum werden viel zu oft verharmlost“, sagte Lütke. „Änderungen der Altersgrenze und ein Werbeverbot müssen wir diskutieren“, fuhr sie fort. Sie machte außerdem darauf aufmerksam, dass es wichtig sei, dass solche Maßnahmen „den gewünschten Effekt haben und nicht am Ende zu heimlichem Konsum führen“. (csr)

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