Politik sollte ein lernendes System sein. Also eines, das in der Lage ist, eigene Fehler zu korrigieren. Was die verkorkste Stromsteuer-Senkung von Anfang 2026 betrifft, so scheint das der Fall zu sein: Die Debatte um die überfällige Entlastung von Privathaushalten und kleineren Betrieben nimmt wieder Fahrt auf. Kanzler Friedrich Merz (CDU) will die Senkung für alle, die Länder-Ministerpräsidenten wollen sie – und laut der jüngsten Steuerschätzung wird Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) in den kommenden Jahren sogar etwas höhere Einnahmen haben als zuletzt angenommen.
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Teurer Strom – eine Bremse für Unternehmen und den privaten Konsum
Zur Erinnerung: Anfang dieses Jahres senkte der Gesetzgeber die Stromsteuer dauerhaft auf das europäische Mindestmaß ab, aber nur für Industrie und Landwirtschaft. Alle anderen Kundengruppen gingen trotz gegenteiliger Ankündigungen im Koalitionsvertrag leer aus. Zu kostspielig, hieß es damals zur Begründung. Der Aufschrei war groß – und das vollkommen zu Recht. Strom ist in Deutschland viel zu teuer, vor allem wegen hoher Steuern, Abgaben und Umlagen. Das ist eine Bremse für den Wirtschaftsstandort und den privaten Konsum.

Umso begrüßenswerter wäre es, wenn nun eine Entlastung in der Breite käme. Das wäre übrigens auch ein Booster für Klimaschutz und ökologische Transformation – denn bei sinkenden Strompreisen werden Elektroautos und Wärmepumpen für Verbraucher noch attraktiver. Sinnvoller als eine Entlastung mit der Gießkanne wie beim Tankrabatt ist eine Stromsteuer-Senkung allemal, denn hier profitiert garantiert jeder einzelne Haushalt. Also, liebe Bundesregierung: Auf geht’s, bitte keine Ausreden mehr!



