Vermeintliches US-Meinungsforschungsinstitut veröffentlichte gefälschte Umfragen
Meinungsumfragen sind im US-Wahlkampf bedeutungsvoll. Doch ein selbsternanntes US-Meinungsforschungsinstitut hat sich nun als Ursprung gefälschter Umfragen entpuppt. Das berichten mehrere US-Medien und die Nachrichtenagentur AFP übereinstimmend.
Das US-amerikanische Unternehmen Wedgewood Polls hatte demnach auf X selbst zugegeben, falsche Umfragen in Umlauf gebracht zu haben. Das Unternehmen habe experimentiert, wie einfach es für ein „völlig erfundenes Meinungsforschungsinstitut“ sein könne, „an Zugkraft zu gewinnen“ und „ernst genommen zu werden“. Der Post ist inzwischen gelöscht.
Die gefälschten Umfragen sollen hochkarätige Wahlen in mehreren US-Bundesstaaten betroffen haben und seien von anderen Meinungsforschungsinstituten und Medien wie den „New York Times“ aufgegriffen worden. Die Zeitung hat inzwischen mitgeteilt, die betreffenden Umfragen – 15 an der Zahl – am Dienstag von ihren Seiten entfernt zu haben.
US-Präsident Donald Trump reagierte am Freitag auf seiner Plattform Truth Social auf die Enthüllung. „Die New York Times wurde erwischt! Sie hatte ein Unternehmen namens Wedgewood Polls beauftragt, das zugab, dass die veröffentlichten Umfrageergebnisse erfunden und gefälscht waren. Damit musste ich mich von Anfang an auseinandersetzen!“, schrieb der US‑Präsident.
Auch eine Demokratin äußerte sich bestürzt: Die Kandidatin für den Senat von Michigan, Mallory McMorrow, teilte auf X mit, sie habe in einer Umfrage des Instituts im Juni deutlich schlechter abgeschnitten als interne Daten der Partei vermuten ließen. Daraufhin seien unter anderem Spendengelder ausgeblieben. „Die Medien – die es lieben, sich auf die Achterbahnfahrt der Umfrageergebnisse einzulassen – müssen sich genau überlegen, was seriös ist und was nicht“, mahnte sie.
Experten äußern immer wieder Bedenken, dass sich rasant entwickelnde KI-Tools die Fälschung von Umfrageergebnissen befeuern könnten. Durch KI sei es außerdem schwerer, unseriöse Meinungsforscher und erfundene Daten zu identifizieren, erklärte die American Association for Public Opinion Research in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. „Wir erleben einmal mehr, wie böswillige Akteure gefälschte Daten und Organisationsinformationen produzieren und verbreiten, die das Vertrauen in die öffentliche Meinung und Wahlumfragen untergraben“, teilte die Präsidentin des Verbandes, Mary Losch, AFP mit.