Es steht schlecht um Friedrich Merz. Debatten um einen Kanzlertausch gibt es nicht erst seit der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt oder dem fatalen Ergebnis der CDU bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern. Wie schlecht auch die Bevölkerung die Arbeit des Bundeskanzlers bewertet, zeigt eine neue Umfrage des „Spiegel“-Magazins. Im Ipsos-Politikmonitor stimmten nun 48 Prozent der Befragten voll und ganz folgender Aussage zu: „Die Kanzlerschaft von Friedrich Merz ist gescheitert.“ Weitere 19 Prozent stimmten der Aussage eher zu.
Deströse Umfragen: Wie zufrieden sind die Deutschen mit Friedrich Merz
Andere aktuelle Umfragen bewerten die Leistung des Bundeskanzlers nicht unbedingt besser, auch wenn sich die Fragestellungen vom Ipsos-Politikmonitor unterscheiden. Laut dem ARD-„Deutschlandtrend“ waren Ende September nur zehn Prozent der Befragten mit der Arbeit des Kanzlers zufrieden oder sehr zufrieden. In der Geschichte des „Deutschlandtrends“ seit 1997 ist das der niedrigste Wert jemals für einen Kanzler. Fast neun von zehn Befragten (88 Prozent) sind weniger oder gar nicht zufrieden. Anfang September hatte die Zustimmung für Merz noch bei 13 Prozent gelegen.
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Laut dem ZDF-Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen von Ende September 2026 macht Merz in den Augen von 79 Prozent der Befragten seine Arbeit schlecht. Dem stehen 17 Prozent gegenüber, die seine Leistung im Job als gut bewerten. In einer Forsa-Umfrage von RTL, die ebenfalls Ende September erschien, kommen ähnliche Einschätzungen der Befragten zum Vorschein: 11 Prozent sind demnach mit der Arbeit von Merz zufrieden, 87 Prozent sind unzufrieden.
Aktuelle Umfragen zu Friedrich Merz im Überblick
| Datum | Institut | Auftraggeber | Fragestellung | Ergebnis |
| 30. September bis 4. Oktober | Ipsos | „Spiegel“ | Zustimmung zur Aussage: „Die Kanzlerschaft von Friedrich Merz ist gescheitert“ | stimme voll und ganz zu: 48 Prozent, stimme eher zu: 19 Prozent, weder noch: 12 Prozent, stimme eher nicht zu: 10 Prozent, stimme überhaupt nicht zu: 6 Prozent |
| 22. bis 28. September 2026 | Forsa | RTL Deutschland | „Sind Sie mit der bisherigen Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz zufrieden?“ | ja: 11 Prozent, nein: 87 Prozent |
| 28. bis 30. September 2026 | Infratest Dimap | ARD-Deutschlandtrend | Politikerzufriedenheit | sehr zufrieden/zufrieden: 10 Prozent, weniger/gar nicht zufrieden: 88 Prozent |
| 2. Oktober 2026 | Insa | „Bild“ | „Sind Sie mit der Arbeit des Kanzlers zufrieden/unzufrieden?“ | zufrieden: 15 Prozent, unzufrieden: 77,5 Prozent |
| 25. September | Forschungsgruppe Wahlen | ZDF-Politbarometer | „Was meinen Sie, macht der Bundeskanzler seine Arbeit alles in allem gesehen eher ...?“ | gut: 17 Prozent, schlecht: 79 Prozent |
Die Zustimmungswerte des Bundeskanzlers sind seit seinem Amtsantritt im Mai 2025 fast ausschließlich auf einer Talfahrt. Kurz nach Beginn seiner Amtszeit erreichte er seinen Spitzenwert: 43 Prozent der Befragten waren zu diesem Zeitpunkt mit seiner Arbeit zufrieden, 46 Prozent waren unzufrieden. Zwischen Dezember 2025 und März 2026 konnte er diese Werte von 27 auf 30 Prozent steigern. Doch seitdem geht es stark bergab. Im Mai waren laut dem ZDF-Politbarometer nur noch 26 Prozent der Deutschen eher zufrieden, laut 71 Prozent der Befragten machte er einen eher schlechten Job.
Merz in Umfrage am Tiefpunkt – auch die Bundesregierung insgesamt schneidet nicht besser ab
Inzwischen hat er seinen Tiefstwert erreicht: Die Mehrheit sieht ihn laut der Ipsos-Umfrage im Auftrag des „Spiegel“ als Kanzler gescheitert. Der Aussage „Friedrich Merz sollte als Kanzler und Parteichef zurücktreten“ stimmten 44 Prozent der Befragten voll und ganz zu, 14 Prozent stimmten der Aussage eher zu. Nur 11 Prozent lehnten einen Rücktritt klar ab. Auf die Frage, ob Markus Söder, Hendrik Wüst oder Alexander Dobrindt ein besserer Bundeskanzler als Friedrich Merz sein könnte, antworteten 43 Prozent mit „keiner der genannten“. Am besten schnitt CSU-Chef Markus Söder mit 20 Prozent ab.
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Wie das letzte ZDF-Politbarometer von Ende September nahelegt, sind die Befragten aber nicht nur mit Merz‘ Leistung, sondern auch mit der Bundesregierung insgesamt unzufrieden. 74 Prozent der Befragten stellten der schwarz-roten Regierung ein schlechtes Zeugnis aus, nur 20 Prozent zeigten sich zufrieden über die Arbeit der Bundesregierung. Laut der Umfrage unternimmt die Regierung zu wenig gegen steigende Energiepreise – das gaben fast 80 Prozent der Befragten an.
Noch deutlicher wird die Unzufriedenheit der Bevölkerung im aktuellen ARD-„Deutschlandtrend“: Nur zehn Prozent sind demnach mit der Arbeit von Bundesregierung und Kanzler zufrieden. Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Menschen spüren immer mehr Belastungen – während die Regierung Entlastungen versprochen hatte. Jeder zweite Mensch hat Sorge, den eigenen Lebensstandard nicht halten zu können. Der Umfrage zufolge bestehen auch bei der Kontrolle von Künstlicher Intelligenz (KI) und den Folgen der Politik von US-Präsident Donald Trump auf Deutschland Sorgen. 84 Prozent fürchten, dass die politischen Parteien im Hinblick auf die Vielfalt an Themen und Krisen keine gemeinsamen Antworten auf politische Fragen finden.







