Das sind ja nur Kinderkrankheiten: Dieser Satz soll für Gelassenheit sorgen, wenn Anfangsschwierigkeiten bei einem neuen Job oder einem neuen Workflow auftreten. Doch hinter dieser Metapher steckt ein großer Irrtum. Kinderkrankheiten sind mitnichten harmlos. Sie können Lungen- und Gehirnentzündungen auslösen, zu Unfruchtbarkeit führen oder beim ungeborenen Kind für schwere Fehlbildungen verantwortlich sein, um nur einige Folgen zu nennen.
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Glücklicherweise gibt es seit Jahrzehnten sichere und wirksame Impfungen. Masern könnten sogar ausgerottet sein, würden nicht Menschen entgegen jeder Faktenlage die Impfung aus einem schwammigen Gefühl heraus ablehnen.
Eine Masern-Erkrankung kann zu einer schweren Lungenentzündung führen
Dahinter stecken tiefes Misstrauen gegenüber Wissenschaft und Pharmaindustrie, eine diffuse Angst vor Nebenwirkungen und der Glaube, Kinderkrankheiten trainierten das Immunsystem besonders gut. Das Beispiel Masern zeigt: Das Gegenteil ist der Fall. Denn die Erkrankung schwächt das Immunsystem und ist ein Einfallstor für Lungen- oder Mittelohrentzündungen.

Richtig gefährlich wird es, wenn diese Bedenken von der Politik befeuert werden, das zeigt der Blick in die USA: Der Gesundheitsminister der Trump-Regierung, Robert F. Kennedy Jr., hat seine eigenen Vorstellungen von Vorbeugung und Impfung, die Risiken der Krankheiten spielt er herunter. Die Folge ist ein beispielloser Masern-Ausbruch, dabei galt die Krankheit in den USA vor 25 Jahren als ausgerottet.
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Diese Entwicklung geht uns alle an. Denn ähnlich verdreht wie Kennedy argumentieren in Deutschland auch Vertreter der AfD – einer Partei, die kurz vor mehreren Wahlen in den Umfragen vorn liegt.



