Der Verschleiß ist groß. Mit Andy Burnham wurde am Montag der siebte Premierminister seit dem Brexit mit der Bildung der neuen Regierung in Großbritannien beauftragt. Den Amtsantritt begleiten wieder große Hoffnungen – wie den seines Vorgängers Keir Starmer. Nach nur zwei Jahren hatte seine eigene Partei genug von ihm.

Der ehemalige Bürgermeister von Greater Manchester verspricht die „größte Umverteilung von Macht“ in der Geschichte des Königreichs und „das größte Programm zum Bau von Sozialwohnungen seit der Nachkriegszeit“. Gleichzeitig will er einen „wirtschaftsfreundlichen Sozialismus“ vertreten. Das ist viel auf einmal in einem Land, wo die Konjunktur schwächelt und die Arbeitslosigkeit wächst.

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Großbritanniens neuer Premier weckt viele Hoffnungen

Der 56-Jährige war ideologisch bisher flexibel. Manche nennen den „König des Nordens“ deshalb auch ein Chamäleon. Einiges spricht dafür, dass er kein allzu radikaler Premier wird und die großen Linien des Kurses seines Vorgängers fortsetzt. In der Nato und im Ukraine-Konflikt ist London ein wichtiger und verlässlicher Verbündeter.

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Gudrun Büscher ist Leitende Redakteurin der Zentralredaktion.© Reto Klar | Reto Klar

Das soll unter Burnham auch so bleiben. Mehr noch. Starmer hatte sich nach dem Brexit der EU wieder angenähert. Burnham hatte einmal sogar angedeutet, er könne sich längerfristig eine Rückkehr in die EU vorstellen.

Doch der neue Premier steht erstmal vor den großen, alten Problemen. Der Haushalt lässt ihm kaum Spielraum. Spätestens 2029 stehen Wahlen an. Burnham hat den Wahlkreis Makerfield vor dem Bewerber der Partei des Rechtsextremisten Nigel Farage gewonnen. Jetzt muss er beweisen, dass er das ganze Land überzeugen kann. Enttäuscht auch er, wird es bitter für das Königreich.