Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hat den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine als „Krieg“ bezeichnet. Offiziell nennt Wladimir Putins Regierung den Angriffskrieg „Spezialoperation“. Nun rückte der Kreml von dieser Bezeichnung am Wochenende ab. Bei einer Pressekonferenz mit russischen Medien sagte Peskow: „Es herrscht Krieg, ein echter Krieg.“ Die „spezielle Militäroperation“ habe sich durch die Einmischung des Westens zu einem Krieg ausgeweitet.

Laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax sagte Peskow weiter: „Er wird als Krieg fortgesetzt, weil Kiew Berlin, Paris, Den Haag, Oslo und leider auch Washington hinter sich hat. Denn sie werden durch ihre Satelliten dabei unterstützt, uns ins Visier zu nehmen.“

Kremlsprecher Dmitri Peskow
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete den russischen Angriffskrieg in der Ukraine als „Krieg“.© Alexander Zemlianichenko/AP/dpa | Alexander Zemlianichenko

Durch ihre Waffenlieferungen an die Ukraine trügen die europäischen Staaten dazu bei, die Kämpfe fortzusetzen. Zudem warf Peskow der Ukraine „terroristische Verbrechen“ vor. Zuletzt hat die Ukraine Moskau mit 400 Drohnen angegriffen. In Kiew schlugen parallel zahlreiche russische Raketen ein.

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Seit Beginn des russischen Überfalls im Februar 2022 auf die Ukraine hat der Kreml vermieden, den Krieg in der Ukraine als solchen zu bezeichnen. Wer in Russland das Wort im Kontext des russischen Angriffskrieges nutzte, machte sich strafbar und riskierte eine Gefängnisstrafe.

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Dass der Kreml nun die Wortwahl wechselt, könnte strategische Gründe haben. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, könnte Russland durch die veränderte Bezeichnung eine Teilmobilmachung begründen. Mit einem offiziellen Krieg könnte Russland die Wehrpflicht für seine Bevölkerung ausweiten – und somit Reservisten einziehen. Zudem könnte die zivile Industrie verpflichtet werden, Rüstgüter zu produzieren. Mittlerweile spürt die Bevölkerung aber auch Auswirkungen des Krieges, unter anderem durch Benzinmangel.

mit dpa