Würde ein Parteitag funktionieren wie ein Fußballspiel, könnte man sagen: Nach dem Parteitag ist vor dem Parteitag. Wolfgang Kubicki würde dem wahrscheinlich zustimmen. Der neue Parteichef der FDP stellt häufig und gerne heraus, wie wichtig der Wettbewerb sei – in der Politik, in der Wirtschaft.
Im politischen Wettbewerb war er am Wochenende selbst unerwartet herausgefordert worden. Er gewann seine Kampfabstimmung zum Parteichef gegen die überraschende Kandidatin Marie-Agnes Strack-Zimmermann zwar mit 60 zu 40 Prozent. Dennoch fragten sich auch am Tag danach noch viele Teilnehmer auf dem Parteitag, was wohl gewesen wäre, wenn sie ihre Bewerbung früher bekannt gegeben hätte. Hat sie sich zu spät gemeldet? Hätte sie sich durchgesetzt, wenn sie nicht alle mit ihrer Kandidatur überrumpelt hätte? Hätte Konservativ-Liberal (Kubicki) gegen Sozial-Liberal (Strack-Zimmermann) gewonnen?
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Parteiinterne Konflikte wird Kubicki sich nicht zulassen können
Das bleibt ungewiss. Klar ist aber, dass sich 40 Prozent der FDP-Delegierten nicht ignorieren lassen. Kubicki muss sich etwas einfallen lassen, um diese Parteimitglieder in sein Konzept für die Neuaufstellung der FDP zu integrieren. Parteiinterne Konflikte wird er nicht zulassen können, wenn er die Liberalen in eine neue, in seine Richtung bewegen will.

Das gilt umso mehr in Hinblick auf die Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin im September. Kubicki wird sich fragen lassen müssen, warum die Menschen im Osten des Landes gerade die FDP wählen sollen. Der Wettbewerb ist mit dem Parteitag in Berlin eröffnet worden. Das Spiel dauert ein Jahr bis zum nächsten Treffen der Delegierten.




