In der Hauptstadt macht ein Wort die Runde, das Friedrich Merz (CDU) ernsthaft beunruhigen muss. Es lautet „Kanzler-Tausch“. Es wird nicht nur in Redaktionen geraunt, die auf Schlagzeilen schielen. Es ist Thema bei Unionsleuten, es kriecht durch alle Ritzen an die Öffentlichkeit und erobert langsam die Agenda der Talkshows.
Der Plot, der hinter dem Begriff steht, ist simpel. Bundeskanzler Friedrich Merz könnte nach einer herben Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt von wichtigen Amtsträgern der Partei zum Rückzug aufgefordert werden, um den Weg frei zu machen für den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen. Hendrik Wüst ist mit 50 Jahren im besten Alter, führt das größte Bundesland und den mitgliederstärksten CDU-Landesverband. Er steht auf Platz drei der beliebtesten Politiker, das sind 17 Plätze über dem Kanzler.
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Debatte über Merz wird verdeckt befeuert
Nichts davon ist belegt, vieles ist unlogisch, für Wüst wäre es ein Himmelfahrtskommando und keine einzige Unionsgröße lässt sich bislang zu diesem Thema zitieren. Und die Frage, ob es für die Union ausreicht, nur den Mann an der Spitze auszutauschen, kann – oder will – niemand aus den Reihen der Merz-Kritiker beantworten.

Aber die Debatte wird verdeckt aus der Partei heraus befeuert – und das zeigt: Friedrich Merz, der im Wahlkampf über Olaf Scholz sagte, dieser stünde als Bundeskanzler in Schuhen, die zwei Nummern zu groß seien, muss nicht nur um die versprochenen Reformen kämpfen. Er kämpft ein Jahr nach seiner holprigen Wahl im Bundestag jetzt auch um die eigene Kanzlerschaft.




![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)


