Baden-Württemberg hat seit heute einen neuen Ministerpräsidenten. An diesem Mittwoch, 13. Mai 2026, stimmten insgesamt 93 Parlamentarier für Cem Özdemir (Grüne). Der 60-Jährige folgt auf seinen Parteikollegen Winfried Kretschmann – der bisher am längsten amtierende Regierungschef in der Geschichte Baden-Württembergs.

In der Abstimmung im Landtag in Stuttgart stimmten weitere 26 Parlamentarier gegen Özdemir, vier weitere enthielten sich. Die grün-schwarze Koalition hat eine Mehrheit von 112 Stimmen im Parlament. Cem Özdemir ist damit der erste Regierungschef mit türkischen Wurzeln in der Geschichte der Bundesrepublik – und der zweite grüne Ministerpräsident des Landes.

Özdemir wird Ministerpräsident von Baden-Württemberg
Winfried Kretschmann gratuliert seinem Nachfolger Cem Özdemir zum neuen Posten als Ministerpräsident in Baden-Württemberg. © Marijan Murat/dpa | Marijan Murat

Keine stärkste Fraktion im neuen Landtag

Zuvor hatte die AfD-Fraktion den CDU-Chef Manuel Hagel, der Vizeregierungschef der neuen Regierung werden soll, als Gegenkandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten vorgeschlagen. Hagel kam auf 34 Stimmen. In der AfD-Fraktion sitzen 35 Abgeordnete. Die Wahl erfolgte geheim. 

Özdemir führt im Südwesten eine Neuauflage der grün-schwarzen Koalition an. Grüne und CDU regieren in Baden-Württemberg bereits seit zehn Jahren miteinander. Die Grünen waren bei der Landtagswahl am 8. März mit 30,2 Prozent knapp stärkste Kraft geworden, dicht gefolgt von der CDU mit 29,7 Prozent. Im neuen Landtag verfügen beide Parteien über jeweils 56 Mandate. 

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Grüne und CDU hatten sich in wochenlangen und teils zähen Verhandlungen auf ein gemeinsames Regierungsprogramm für die kommenden fünf Jahre geeinigt. Am Montag erst hatten Özdemir und CDU-Landeschef Manuel Hagel den Koalitionsvertrag unterzeichnet. Geplant sind unter anderem ein kostenloses und verpflichtendes letztes Kindergartenjahr sowie Maßnahmen zur Entbürokratisierung. Am Dienstag trat der baden-württembergische Landtag in seiner neuen Zusammensetzung erstmals zusammen.

ppe mit dpa