Kurz vor Heiligabend 2024 war das russische Frachtschiff „Ursa Major“ im Mittelmeer vor Spanien gesunken. Zwei Besatzungsmitglieder waren gestorben, 14 weitere konnten gerettet werden. Damals war von einer Motorenexplosion die Rede. Doch der Fall gibt spanischen Ermittlern bis heute Rätsel auf. Besonders Route und Fracht erscheinen seltsam.

Denn die Ursa Major soll mutmaßlich Reaktorteile für Nordkorea geladen haben. Dabei soll es sich um Komponenten für nukleare U-Boote gehandelt haben, wie CNN berichtet. Der Vorfall sollte auch das US-Militär auf den Plan gerufen haben.

Russlands Frachter „Ursa Major“: Ungewöhnliche Schiffsrouten sorgen für Fragen

Das Schiff war laut offiziellen Angaben auf dem Weg von Sankt Petersburg nach Wladiwostok. Laut den damaligen Frachtpapieren sollte es zwei große „Lukendeckel“, zwei Kräne und leere Container geladen haben. Nach Angaben der spanischen Regierung sagte der russische Kapitän Ermittlern jedoch, bei den angeblichen Lukendeckeln habe es sich um Komponenten für zwei nukleare Reaktoren gehandelt, ähnlich denen in U‑Booten. Ob sie nuklearen Brennstoff enthielten, sei unklar geblieben.

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Fragwürdig erscheint auch die Route, die das Schiff damals genommen hatte. Den spanischen Ermittlern kommt es seltsam vor, dass Russland eine solche Fracht auf dem Schiffsweg auf eine derart lange Reise schickt. Russland verfügt über ein gut ausgebautes Schienennetz. Warum also nutzte die Regierung dieses nicht? Der Kapitän soll angegeben haben, er nahm an, dass die Ladung später in den nordkoreanischen Hafen Rason gebracht werden sollte. Für die Ermittler hat sich nun der Verdacht ergeben, die mitgeführten Kräne könnten dazu gedient haben, empfindliche Fracht dort zu entladen.

Russisches Militärschiff eskortierte Frachter „Ursa Major“

Unklarheiten ergeben sich außerdem aus den letzten Stunden der Ursa Major. Zunächst soll sich das Schiff in spanischen Gewässern stark verlangsamt haben. Das soll am 22. Dezember 2024 geschehen sein. Einen Tag später meldete das Schiff eine Notlage. Wie die spanischen Ermittlungen gezeigt haben, kam es zu drei Explosionen an der Steuerbordseite nahe dem Maschinenraum. 

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Besonders auffällig erscheinen den Ermittlern jedoch die Ereignisse danach: Ein russisches Militärschiff hat den Frachter begleitet. Die Crew dort an Bord soll andere Schiffe angewiesen haben, Abstand zu halten. Kurz darauf registrierten seismische Messstellen vier weitere Erschütterungen in der Region. Nach Angaben einer mit der spanischen Untersuchung vertrauten Quelle sank die „Ursa Major“ erst danach endgültig.

Rätsel um Schiffsschaden: Ermittler debattieren über Ursache

Noch unklar ist, was den Rumpf des Schiffes so stark beschädigt hatte. Innerhalb der Ermittlergruppe wird diskutiert, ob ein Hochgeschwindigkeitstorpedo diese Schäden verursacht haben könnte. Ein Experte des Analyseunternehmens Janes hält CNN zufolge dagegen eine Haftmine für plausibler. Eindeutig belegt ist nur, dass ein Loch entdeckt worden war: etwa 50 mal 50 Zentimeter groß. Die Metallteile waren nach innen gebogen.

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Sollte tatsächlich ein Zusammenhang zu Nordkorea bestehen, würde das dem Fall eine völlig andere Wendung geben. Denn dies würde für eine enge Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern stehen. Pjöngjang arbeitet an einem atomgetriebenen U-Boot und veröffentlichte im Dezember 2025 Bilder eines entsprechenden Projekts. Bekannt ist zudem, dass Nordkorea 2024 Tausende Soldaten zur Unterstützung im Krieg gegen die Ukraine schickte. Belegt ist jedoch bisher nicht eindeutig, dass Russland tatsächlich nukleartechnisches Wissen oder eben Bauteile an Nordkorea weitergegeben hat.