Mario Voigt trinkt lieber Pfefferminztee als Kaffee – und spielt zum Wachwerden am Morgen zwei Runden Blitzschach gegen sich selbst. Ungewöhnlich, aber hilfreich: Im Herbst 2024 bewies der CDU-Politiker, dass es nützlich ist, wenn man drei Züge im Voraus denken kann, die Strategien der anderen versteht und darauf trainiert ist, in ausweglosen Lagen doch noch einen Weg zu finden. Während in Berlin die Ampel in die Brüche ging, musste Voigt in Thüringen gegen zwei starke Gegner eine Regierung bilden – gegen AfD-Landeschef Björn Höcke und die damalige BSW-Chefin Sahra Wagenknecht, die eine Koalition zwischen CDU, SPD und BSW unbedingt verhindern wollte.

Was sich in diesen Tagen in Erfurt abspielte, was hinter den Kulissen passierte, auf wen sich Voigt verlassen konnte und was ihm seine Frau riet – das alles erzählt der Vater von zwei Söhnen im FUNKE-Podcast „Meine schwerste Entscheidung“. Es geht um ein heikles Abendessen mit Wagenknecht, einen geheimen Pakt in Erfurt und eine Datei mit sechs verschiedenen Varianten eines alles entscheidenden Satzes.
Außerhalb von Thüringen war Voigt lange Zeit kaum bekannt – doch am 11. April 2024 war sein Name zum ersten Mal bundesweit in den Schlagzeilen: Voigt entschied sich, im Landtagswahlkampf in ein TV-Duell gegen Höcke zu gehen. Er bereut es bis heute nicht – auch, wenn der Wahlsieg am Ende dennoch an die AfD ging. Seinem Widersacher begegnet Voigt heute jedes Mal im Parlament, er grüßt ihn und denkt dabei an die berühmte Maxime von Margot Friedländer: Seid Menschen! „Wir sollten“, sagt Voigt, „menschlich miteinander umgehen, was aber nicht heißt, dass man nicht in der Sache hart sein kann.“


