Der Krieg in der Ukraine läuft nicht gut für den Kriegsherrn Wladimir Putin. Seine Truppen stecken fest, die Verluste sind hoch, die Wirtschaft strauchelt, an der Heimatfront regt sich verhaltene Unruhe – und Kiew gelingen immer wieder gezielte Schläge, tief im russischen Hinterland. Weit weg von der Front treffen Drohnen wichtige Öl-Verladezentren, beschädigen oder zerstören Militärgerät und schlagen – wie zuletzt am Montag – auch in und um die Hauptstadt Moskau ein. Diesmal hat es einen Luxus-Wohnturm im Moskauer Westen getroffen.

Kurz vor der Siegesparade am 9. Mai hat der Kreml daher entschieden: keine Panzer, keine Raketen auf dem Roten Platz. Die einstige Waffenschau, stolze Erinnerung an den Sieg über Hitler-Deutschland, kastriert zu einem Schaulaufen im Stechschritt.

Russland: Kreml verschärft die Sicherheitsvorkehrungen

Offenbar hinterlassen die mittlerweile vier Jahre „militärische Spezialoperation“ – Kremlsprech für den Angriffskrieg gegen das einstige Brudervolk – mehr und mehr Spuren beim Feldherren Putin. Wie CNN und die „Financial Times“ berichten, hat der Kreml in den letzten Monaten die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Präsidenten dramatisch verschärft – aus Angst vor Attentatsversuchen oder gar einem Staatsstreich. Das soll aus einem Bericht eines europäischen Geheimdienstes hervorgehen, über den beide US-Medien am Montag berichten.

Ukraine-Krieg - Moskau
Nach einem Drohnenangriff ist ein Wohnturm in der Mosfilmowskaja-Straße in Moskau beschädigt. © dpa | AP

Demnach werden Überwachungsanlagen bei engen Mitarbeitern installiert. Putins Köche, Fotografen und Leibwächter dürfen keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen. Besucher des Kremlherrschers werden zweimal durchsucht, wer nahe bei Putin arbeitet, darf keine Telefone mit Internetzugang benutzen, heißt es in dem Bericht.

Artikel über die Ukraine – für Sie recherchiert

Einige dieser Maßnahmen sollen laut CNN eine direkte Antwort auf die Ermordung des russischen Generalleutnants Fanil Sarwarow sein. Der Operations-Chef des russischen Generalstabs starb bei einem Autobombenanschlag in Moskau. Er ist seit Kriegsbeginn im Februar 2022 bereits der dritte hochrangige Militär, der einem Attentat zum Opfer fiel.

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Feldherr Putin sitzt im Bunker

Die Drohnenangriffe der Ukrainer und Mordanschläge, die zumindest mit dem ukrainischen Geheimdienst in Verbindung gebracht werden, führen offenbar auch dazu, dass Putin sich mehr und mehr in Bunkern aufhält, vorwiegend in Krasnodar, am Schwarzen Meer.

Weder er noch seine Familie hielten sich noch in den üblichen Residenzen in der Region Moskau auf, schreibt CNN. Selbst die abgelegene Waldai-Residenz, die Satellitenbildern zufolge inzwischen von zwei Ringen aus 27 Flugabwehr-Batterien umgeben ist, scheint Putin zu meiden.

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Die „Financial Times“ beschreibt, Putin ziehe sich teils „wochenlang“ unter die Erde zurück, wo er „den Krieg bis ins Detail lenkt“. Von zivilen Angelegenheiten sei er zunehmend distanziert. Während Putin im Bunker sitzt und Feldzüge plant, sendet das Staatsfernsehen vorher aufgezeichnetes Material vom Kremlherrscher.

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Terminator-Mythen im Drohnenkrieg: Landroboter und KI in der Ukraine
Im Krisenmodus
 

Eine Quelle sagte der „FT“: „Putin verbringt 70 Prozent seiner Zeit damit, den Krieg zu führen, und die restlichen 30 Prozent damit, sich mit (jemandem wie) dem indonesischen Präsidenten zu treffen oder sich um die Wirtschaft zu kümmern.“