Man stelle sich kurz vor, Friedrich Merz hätte es vor Schülern im sauerländischen Marsberg dieser Tage einfach umgekehrt gesagt: nämlich, dass Donald Trump den Iran „demütigt“ – und nicht andersherum. Vielleicht hätte der deutsche Bundeskanzler bei der nächsten Washington-Visite einen Orden bekommen. Oder Rabatt beim Kampfjet-Kauf. 

So bekommt der mit sich, seiner Koalition und dem Gros der Wähler hadernde Regierungschef in Berlin einen Tritt vors Schienbein. Und zwar mit Anlauf. 5000 US-Soldaten weniger bis spätestens Mai 2027 – Trump macht seine Drohung also wahr. 

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Das ist zwar kein Weltuntergang. Mit verbleibenden über 30.000 GIs ist Germany auch dann noch der größte auswärtige US-Stützpunkt neben Japan. 

Trump: Was seine Botschaft an Merz wirklich bedeutet

Aber die Botschaft hinter dieser gekränkten Eitelkeit geschuldeten Entscheidung des US-Präsidenten ist höchst beunruhigend. In einer Zeit, in der das am unbeugsamen Überlebenswillen der Ukraine verzweifelnde Putin-Russland ab 2030 mit Attacken auf Europa liebäugelt, schwächt Trump fahrlässig die Abschreckungskraft der Nato und signalisiert dem Kreml, dass die Europäer mit weniger US-Manpower auskommen müssen. 

Das riecht fast wie Verrat. Dass Trump seinen Kriegs-„Terrier“ Pete Hegseth von der Leine lässt, um den Truppenabbau zu exekutieren, folgt reiner Bestrafungslogik. Weil Deutschland keinen Beitrag zu den Kriegsanstrengungen gegen den Iran leisten wollte und Kanzler Merz rhetorisch den Finger in die Wunde legte, muss es jetzt büßen. Wie kindisch. 

Launen und Emotionen sollten in so zentralen Fragen keine Rolle spielen. Amerika ist sicherer und stärker, auch und gerade wegen seiner hohen militärischen Präsenz in Deutschland. Das wird auch Donald Trump noch merken.