Die Bundeswehr hat gemeinsam mit dem Amt für Heeresentwicklung und dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) das gepanzerte Kettenfahrzeug Wiesel aus einem Airbus A400M abgeworfen. „Kann ein Wiesel fliegen?“, kokettiert das Deutsche Heer bei Instagram. Und liefert die Antwort per Video mit: Es zeigt den Waffenträger Wiesel, wie er auf einer Art Käfig aus dem Transportflugzeug geschleudert wird. An drei Fallschirmen befestigt segelt das tonnenschwere Gefährt dann durch die Luft in Richtung Erde.
Den Mini-Panzer Wiesel von einem Flugzeug aus im Kampfgebiet abzuwerfen, war bislang nicht geglückt. Im Jahr 2026, kurz bevor das Kampfgerät nach und nach ausgemustert werden soll, ist das anders. Bereits im März hat der Test an der Wehrtechnischen Dienststelle für Luftfahrzeuge und Luftfahrtgerät der Bundeswehr in Manching stattgefunden, heißt es von einem Sprecher des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr auf Anfrage. Ein Video des Tests veröffentlichte die Bundeswehr Mitte April auf Instagram.
Bundeswehr testet, Mini-Panzer Wiesel aus Airbus abzuwerfen
Mit einer Genauigkeit von 200 Metern soll der Mini-Panzer abgeworfen werden können. „Später im Einsatz ist es dann so, dass die Systeme von Fallschirmspringern begleitet werden“, sagt in dem Video ein Testingenieur der Bundeswehrverwaltung. Laut einem Sprecher war er maßgeblich daran beteiligt, die Absetzversuche zu planen und zu betreuen. Durch den „Abwurf“ des Wiesels soll es möglich sein, ohne Bodentruppen vor Ort Material und Personal in ein Kriegsgebiet zu bringen, so die Bundeswehr weiter.
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Getestet wurde das Verfahren mit einem Schwerlast-Abwurfsystem aus Großbritannien, das in Fachkreisen ATAX genannt wird. Ein Waffenträger Wiesel mit 20 mm Maschinenkanone und ein Waffenträger Wiesel MELLS wurden testweise abgeworfen. Dabei wird das jeweilige Fahrzeug in einer Art Käfig festgemacht, an dem mehrere Fallschirme befestigt sind. Nach dem Abwurf des Fahrzeugs öffnen sie sich automatisch. Unter dem Gestell gibt es Luftkissen, um die Landung abzufedern. Schon kurz nach der Landung soll das Gefährt herausfahren können.

Der Wiesel sieht wie ein Mini-Panzer aus, ist allerdings ein gepanzerter Waffenträger. Der Wiesel 1 ist in den 70er-Jahren von Porsche als lufttransportables Fahrzeug konzipiert worden. Erste Prototypen wurden zwischen 1976 und 1978 getestet. Nach einem Stopp des Projektes wurden schließlich Ende der 80er-Jahre erste Fahrzeuge in den Dienst der Bundeswehr gestellt.
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„Der Waffenträger Wiesel stellt ein ideales Testfahrzeug dar“, so ein Sprecher der Bundeswehr. Das Fahrzeug wiegt heute rund drei Tonnen und ist mit einer Länge von 3,3 Metern, einer Breite von 1,8 Metern und einer Höhe von 2,1 Metern kompakt. Zum Vergleich: Leopard-2-Panzer wiegen je nach Ausrüstung zwischen 55 und 69 Tonnen – und sind weitaus größer.
Obwohl der Wiesel 1 schrittweise ausgemustert wird, ist der Test nicht umsonst. Die Bundeswehr prüft, ob es künftig möglich ist, weitere Fahrzeuge gemeinsam mit Fallschirmjägern vom Flugzeug aus in Einsatzgebiete abwerfen zu können. Bislang springen Soldaten zunächst ab und bewachen das Gebiet. Erst dann werden Fahrzeuge per Transportflugzeug oder über Landebahnen in Kampfgebiete gebracht. Das kostet Zeit – und Personal. Bewährt sich das System, können Truppen die Fahrzeuge dann ohne lange Vorbereitung schnell im Kampf einsetzen. „Die Bundeswehr ist mit dem Testergebnis sehr zufrieden“, heißt es von einem Sprecher.




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