Vor ein paar Monaten zeigte der russische Armeesender Zvezda eine Dokumentation über die Produktion von Geran-2-Drohnen in einer Anlage in Jelabuga in der autonomen Republik Tatarstan. Erzählt werden sollte eine Erfolgsgeschichte. Timur Schagiwalejew, der Generaldirektor der Fabrik, schwärmte von motivierten und qualifizierten Mitarbeitern sowie Produktionszahlen, die das Planziel um ein Neunfaches überstiegen.
Die Geran-2, eine Art russische Version der iranischen Shahed-136-Drohne, ist das Rückgrat der russischen Drohnen-Kriegsführung. Bis zu 55.000 Drohnen dieser Art soll das russische Militär nach Geheimdienstinformationen im vergangenen Jahr eingesetzt haben. Zuletzt fanden die Drohen verstärkt bei sogenannten Schwarmangriffen Verwendung. Dabei attackieren bis zu 400 Drohnen gleichzeitig – für die ukrainische Luftverteidigung ein echter Albraum.
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Nun kommen allerdings verstärkt Zweifel an der Qualität der Geran-Drohnen auf. Berichte von Militärbloggern sowie ein Video des ukrainischen Drohnenherstellers Wild Hornets legen nahe, dass viele Geran-2 erhebliche Mängel aufweisen. Bilder zeigen abgerissene Wartungsklappen, verbogene und verbeulte Flügelspitzen und sogar eine komplett abgerissene Bugverkleidung. Auch das unabhängige Fachportal „Defence Blog“ berichtet, dass einige Drohnen bereits beschädigt gewesen seien, bevor sie überhaupt vom ukrainischen Militär bekämpft wurden. Einige würden bereits in der Luft auseinanderfallen, heißt es.
Watching the combat work of the 23rd NGU Brigade with interceptor STING from Wild Hornets — in great quality 🚀
— Wild Hornets (@wilendhornets) 15. April 2026
Every successful interception in the sky means one less explosion among civilians. pic.twitter.com/kAcAnDvbzL
Mangelhaft ausgebildete Arbeiter schrauben Drohnen zusammen
Ein möglicher Grund für die schlechte Qualität der Drohnen liegt laut „Defence Blog“ in der Fabrik in Tatarstan. Nach Recherchen mehrerer Medien würden dort immer öfter schlecht qualifizierte und unmotivierte Mitarbeiter die Drohnen zusammenbauen. Die Rede ist von angeworbenen Arbeitern aus Nordkorea sowie Frauen aus Afrika, die mit falschen Versprechungen nach Tatarstan gelockt worden seien. Deren mangelnde technische Ausbildung in Verbindung mit Bauteilen minderer Güte, die oft aus China geliefert würden, sollen die Qualität der Drohnen immer weiter verschlechtert haben.
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Dazu kommen laut „Defence Blog“ verstärkte ukrainische Angriffe auf Lager- und Startstandorte der Drohnen. Diese würden sich negativ auf die Startvorbereitungen auswirken. Die Trefferquoten der Drohnen seien in den vergangenen Monaten konstant gesunken und hätten im März den niedrigsten Stand seit einem Jahr erreicht, heißt es.
Russland hat bereits neue Drohnen-Generation entwickelt
Für die Ukraine bedeutet das allerdings keine Entwarnung im permanente Drohnenkrieg. Russland hat bereits weitere Geran-Modelle entwickelt und mit Geran-5 bereits eine Kampfdrohne im Einsatz, die Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 600 km/h erreicht und Sprengköpfe von 90 Kilogramm tragen kann. Mit einer Reichweite von 1000 Kilometern ist sie zudem schwerer zu bekämpfen. Des Weiteren arbeitet das russische Militär daran, Drohnen verstärkt mit Kurzstreckenraketen vom Typ R-73 auszurüsten. Diese könnte auch Ziele in der Luft bekämpfen und Jagd auf ukrainische Kampfflieger und Hubschrauber machen.
tok



