Monate nach ihrem Verschwinden gibt es erste Hinweise auf den Verbleib der deutschen Journalistin Eva Maria Michelmann. Laut Anwalt Frank Jasenski, der die Mutter und den Bruder von Michelmann vertritt, gehe man inzwischen davon aus, dass die Kölnerin in einem Gefängnis in der syrischen Stadt Aleppo inhaftiert sein könnte.
„Wir wussten bislang nur, dass und wo sie in die Hände der syrischen Sicherheitskräfte gefallen war“, sagte Jasenski der Deutschen Presse-Agentur. Nun gebe es glaubwürdige Berichte, wonach Michelmann wahrscheinlich in ein Gefängnis in Aleppo gebracht worden sei und dort bis heute festgehalten werde.
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„Erstes Lebenszeichen nach Monaten der Ungewissheit“
So hätten freigelassene Gefangene von dort den kurdischen Journalisten, der zeitgleich mit Michelmann festgenommen worden sei, als einen der Inhaftierten erkannt. „Es ist in dem Gefängnis eine Art offenes Geheimnis, dass dort auch eine deutsche Journalistin inhaftiert ist“, sagte Jasenski unter Berufung auf die Augenzeugenberichte weiter. Er gehe wie auch die Familie davon aus, dass es sich um Michelmann handele.
Die Informationen habe man umgehend an das Auswärtige Amt weitergereicht. Mit „diesem ersten Lebenszeichen nach Monaten der Ungewissheit“ seien die deutschen Behörden nun aufgefordert, mit Nachdruck eine Freilassung zu erwirken. „Das Auswärtige Amt hätte jetzt die Möglichkeit, von den syrischen Behörden zu verlangen, Zugang zu ihr zu erhalten“, sagte Jasenski.
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Botschaften bemühen sich um Aufklärung
„Wir arbeiten weiterhin mit Hochdruck daran, die Situation aufzuklären“, hieß es auf dpa-Anfrage aus dem Auswärtigen Amt. Die deutschen Botschaften in Beirut und Damaskus seien mit dem Sachverhalt befasst und bemühten sich weiter intensiv um Aufklärung. Dazu stehe man auch mit Ansprechpartnern in Kontakt, die möglicherweise Erkenntnisse zum Verbleib der Betroffenen haben könnten.
Medienberichten zufolge war die Journalistin aus Köln Mitte Januar in Nordsyrien im Zusammenhang mit einer Offensive der syrischen Armee verschwunden. Den Recherchen der Familie und des Anwalts zufolge war sie am 18. Januar gemeinsam mit ihrem Kollegen von Kräften der syrischen Übergangsregierung festgenommen und in einem Auto abtransportiert worden, als sie in einem Jugendzentrum Schutz suchten. Dem Anwalt zufolge arbeitete sie seit mehr als einem Jahr in Syrien als freie Journalistin.
dpa







