Während sich US-Präsident Donald Trump auf die Verhandlungen mit dem Iran konzentriert, befürchtet die Ukraine, im Stich gelassen zu werden. Immer wieder halten die USA nun dringend benötigten Nachschub zurück, den das US-Militär für den Krieg im Nahen Osten braucht. Das Vorgehen der US-Vermittler Steve Witkoff und Jared Kushner hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj unterdessen weiter verärgert.

So warf Selenskyj Witkoff und Kushner fehlenden Respekt für die Ukraine vor: „Es ist respektlos, nach Moskau zu reisen und nicht nach Kiew zu kommen“, sagte der Staatschef in einem Interview für das staatliche Nachrichtenprogramm. Er verstehe zwar die Schwierigkeiten bei der Anreise in das Kriegsland, doch würden auch andere nach Kiew reisen. Mit Blick auf einen solchen Besuch vor Ort sagte Selenskyj: „Das brauchen nicht wir, sondern sie.“ Zugleich hob er hervor, dass für ihn das Resultat und nicht der Ort der Gespräche entscheidend sei. 

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Selenskyj schließt Abzug der Ukraine aus

Selenskyj lehnte erneut einen von Russland geforderten Abzug aus den ostukrainischen Gebieten Luhansk und Donezk ab. „Das wäre fraglos für uns strategisch gesehen eine Niederlage“, sagte das Staatsoberhaupt. Ohne die Befestigungsanlagen und die ausgebaute Verteidigungslinie würde die Ukraine schwächer werden. Ein angeordneter Rückzug würde auch die ukrainische Armee moralisch schwächen. Für Selenskyj sei ein Kriegsende am schnellsten über einen Waffenstillstand entlang der aktuellen Frontlinie erreichbar.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Zwar drängt Washington die Kriegsparteien seit Monaten zu einem Friedensschluss. Jedoch ruhen die Verhandlungen aufgrund des Iran-Kriegs seit Februar. Zuvor waren Witkoff und Kushner bereits mehrfach zu Gesprächen mit Kremlchef Wladimir Putin nach Moskau gereist. Ein für nach dem orthodoxen Osterfest erwarteter Besuch wäre der erste in Kiew gewesen. Bislang fand er aber nicht statt. Das orthodoxe Osterfest wurde am 12. April gefeiert.

dpa