Der einstige Post-Minister Christian Schwarz-Schilling ist tot. Das berichten mehrere Medien einstimmig. Die CDU in Hessen bestätigte dem Hessischen Rundfunk die Todesnachricht. Er wurde 95 Jahre alt und starb am Ostermontag im Kreise seiner Familie im hessischen Büdingen.  Das teilte der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand mit, ein langjähriger Freund Schwarz-Schillings.

Mit Schwarz-Schilling „verlieren wir einen großen Demokraten, einen Mann der klaren Haltung“, erklärte die hessische CDU. Der Verstorbene habe als langjähriger Bundestagsabgeordneter und Postminister „die Modernisierung unseres Landes entscheidend geprägt und wichtige Weichen für die Zukunft gestellt“.

CDU trauert um ehemaligen Post-Minister Christian Schwarz-Schilling

Schwarz-Schilling war im Kabinett von Bundeskanzler Helmut Kohl Post-Minister. Bekannt wurde er als der Mann, der das Kabelfernsehen einführte, das Kabelnetz flächendeckend ausbaute, das Privatfernsehen ermöglichte und die alte Bundespost reformierte und privatisierte. Zwischen 1982 und 1992 war er Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen, wie der Posten offiziell hieß. Er war zwischen 1976 und 2002 Bundestagsabgeordneter.

Nach seiner Tätigkeit als Minister arbeitete er im Bundestag vor allem in der Wirtschafts- und Medienpolitik. Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Konfliktschlichtung und der Einhaltung der Menschenrechte. Im Jahr 2006 wurde Schwarz-Schilling Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina, nachdem er ab 1995 als Streitschlichter von der Internationalen Gemeinschaft dorthin berufen worden war. Später war er als Professor an der Universität Sarajewo, School of Science and Technology tätig.

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Laut der Schwarz-Schilling-Stiftung wurde der Politiker 1930 in Innsbruck geboren und wuchs in Potsdam auf. Sein Vater war als Komponist tätig, seine Mutter stammte aus Polen und war Pianistin. Schwarz-Schilling studierte Ostasiatische Kultur- und Sprachwissenschaften und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. 1956 schloss er das Studium mit einem Doktortitel ab.

Daraufhin machte er ein Volontariat bei der Deutschen Bank in Hamburg. Ein Jahr später, 1957, übernahm er mit seiner späteren Ehefrau Marie-Luise die Accumulatorenfabrik Sonnenschein GmbH in Berlin, nachdem ihr Vater gestorben war.

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CDU: Schwarz-Schilling prägte Bildungspolitik in Hessen und die deutsche Medienpolitik

Mitglied der CDU wurde Schwarz-Schilling laut Konrad-Adenauer-Stiftung im Jahr 1960. Er engagierte sich zunächst in der hessischen Kommunal- und Landespolitik, der Bildungspolitik, kritisierte das unfinanzierbare Rentensystem und setzte sich als Mittelständler für Unternehmer ein. Zwischen 1966 und 1976 war er Mitglied des hessischen Landtags, von 1967 bis 1980 dann Generalsekretär der CDU in Hessen.

Später folgte er seinem Interesse für die Medienpolitik. 1971 wurde Schwarz-Schilling Mitglied des Fernsehrates des Zweiten Deutschen Fernsehens. Zwischen 1975 und 1983 war er medienpolitischer Sprecher der CDU und Vorsitzender des Koordinierungsausschusses für Medienpolitik der Union.

mit AFP