Die Überfahrt soll in ein besseres Leben führen, aber für viele endet sie tödlich: Wieder sind jetzt fast zwei Dutzend Migranten auf dem Seeweg von Nordafrika nach Griechenland ums Leben gekommen.
Wie die griechische Küstenwache am Samstag meldete, rettete die Besatzung eines Patrouillenbootes der EU-Grenzschutzagentur Frontex am vergangenen Donnerstag im Seegebiet südlich der Insel Kreta 26 Menschen von einem Schlauchboot, darunter eine Frau und ein Kind.
Wie sich aus den Ermittlungen ergab, war das Boot am 21. März von der libyschen Hafenstadt Tobruk ausgelaufen. An Bord befanden sich ursprünglich 48 Migranten. Ihr Ziel war die 325 Kilometer entfernte Insel Kreta im EU-Staat Griechenland. Während der Reise verloren die beiden mutmaßlichen Schleuser, die das Boot steuerten, die Orientierung.
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Der Treibstoff des Außenbordmotors ging aus, sechs Tage lang trieb das Boot auf dem Meer. Das Trinkwasser und die wenigen mitgeführten Nahrungsmittel waren rasch aufgebraucht. Nach Berichten von Geretteten seien im Laufe der sechs Tage 22 Menschen an Entkräftung gestorben. Einer der beiden Schleuser habe angeordnet, ihre Leichen ins Meer zu werfen.
Migranten zahlen 9000 Euro pro Person – Schleuser festgenommen
Für die Überfahrt hatten die Migranten pro Person umgerechnet etwa 9000 Euro bezahlt. Die Geretteten wurden zum Hafen von Heraklion auf Kreta gebracht. Zwei mussten in Krankenhäuser eingewiesen werden. Die beiden mutmaßlichen Schleuser wurden festgenommen. Es handelt sich um Sudanesen im Alter von 19 und 22 Jahren. Gegen sie ermittelt jetzt die griechische Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung und Beihilfe zur illegalen Einreise.
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Während die Zahl der Migranten, die von der Türkei über die Ägäis oder den Grenzfluss Evros in die EU gelangen, rückläufig ist, nutzen die Schleuser immer häufiger die Route von Libyen nach Kreta. Im vergangenen Jahr erreichten nach offiziellen Angaben rund 20.000 Migranten die Insel. Das waren viermal so viele wie im Jahr 2024. Allein Anfang März trafen auf Kreta und dem vorgelagerten Inselchen Gavdos binnen fünf Stunden sieben Migrantenboote mit 346 Menschen ein. Sie kamen überwiegend aus Pakistan, Afghanistan, Bangladesch, dem Sudan und Ägypten.
Die lange Reise in den meist überladenen und kaum seetauglichen Booten ist lebensgefährlich. Im Februar kenterte ein aus Libyen kommendes Boot vor Kreta. 30 Menschen ertranken. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind im vergangenen Jahr im Mittelmeer etwa 2200 Flüchtlinge und Migranten ertrunken oder verschollen. Die tatsächliche Zahl ist aber nach Einschätzung von Experten deutlich höher, da viele Schiffsuntergänge unbemerkt bleiben.






