Ende September hat Grünen-Politikerin Ricarda Lang ihren Bachelor-Abschluss gefeiert. Doch sie will noch einen draufsetzen: Wie sie nun in sozialen Netzwerken offenlegt, hat die ehemalige Bundesvorsitzende der Grünen just eine Klausur in ihrem Masterstudium geschrieben.
„Mein Gesicht nach der ersten durchgestandenen Jura-Klausur seit 8 Jahren“, schreibt Lang zu einem Foto auf ihrem X-Kanal. Und gibt preis, worum es in der Klausur ging: „Ob der A einen Anspruch auf Zulassung zum Frühjahrsmarkt in der Stadt Hagen oder nur auf eine ermessensfehlerfreie Entscheidung hatte, erfahren wir in ein paar Wochen“. Eine Klausur im öffentlichen Recht also. Konkret erklärt sie der „Bild“-Zeitung: Es sei „um die Zulassung zu einem Frühjahrsmarkt für den Betreiber eines Fahrgeschäftes“ gegangen. Ein „klassischer verwaltungsrechtlicher Fall“ in einem Fach, das „trocken, aber wichtig“ sei.
Mein Gesicht nach der ersten durchgestandenen Jura-Klausur seit 8 Jahren.
— Ricarda Lang (@Ricarda_Lang) 18. März 2026
Ob der A einen Anspruch auf Zulassung zum Frühjahrsmarkt in der Stadt Hagen oder nur auf eine ermessensfehlerfreie Entscheidung hatte, erfahren wir dann in ein paar Wochen 😉 pic.twitter.com/ZD3QbUVwrz
Ricarda Lang studiert neben dem Bundestag – von Söder gab es einst Spott
Neben ihrem Vollzeitjob als Bundestagsabgeordnete studiert Lang an der Fernuniversität Hagen den juristischen Studiengang Master of Laws (LL.M.). Langs bisherige akademische Karriere ist von einigen Hürden geprägt: Sie hatte sich nach ihrem Abitur im Wintersemester 2012/2013 zunächst an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg für Rechtswissenschaften eingeschrieben. Doch aufgrund ihres politischen Engagements unterbrach sie ihr Studium. Im September 2025 legte Lang dann an der Humboldt-Universität in Berlin den Bachelor of Laws ab – nach 13 Jahren.

Ricarda Lang sitzt seit Oktober 2021 im Deutschen Bundestag. Zwischen Februar 2022 und November 2024 war sie gemeinsam mit Omid Nouripour Bundesvorsitzende der Grünen und frauenpolitische Sprecherin. Davor war sie unter anderem Bundessprecherin der Grünen Jugend. Dass sie so lange ohne Abschluss Politik machte, war immer wieder Anlass für Häme. CSU-Parteivorsitzender Markus Söder hatte etwa bei seiner Rede zum politischen Aschermittwoch im Jahr 2024 über Lang gestichelt, was seinen Hund Molly von der Grünen-Politikerin unterscheide: „Mein Hund hat eine abgeschlossene Ausbildung – als Schnüffelhund.“ Auch war deshalb immer wieder an ihrer Eignung als Parteivorsitzende gezweifelt worden.
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Neben Lang macht auch Luisa Neubauer Spagat aus politischem Engagement und Studium
Den Spagat zwischen politischem Engagement und akademischer Karriere macht Lang nicht allein. Auch Grünen-Kollegin Luisa Neubauer teilte erst am Mittwoch auf Instagram mit, sie habe im vergangenen Jahr hart für ihr Masterstudium in Geografie gearbeitet. Für ihren Klimaaktivismus habe sie sogar ein Masterstipendium an der renommierten Universität Oxford sausen lassen.
Statt in England studiert Neubauer an der Universität Göttingen – mit Präsenzpflicht. Sie sei teils um 5.30 Uhr aufgestanden, um an Präsenzseminaren teilzunehmen, sagt sie. „Teilweise saß ich acht Stunden am Tag im Zug, um je 45 Minuten Seminar anzuhören“, sagt Neubauer. Nun stehe nur noch die Masterarbeit an. Und die könne sie auch von Berlin aus schreiben. Ricarda Lang kommentiert Neubauers Post: „Solidarische Grüße, gesendet direkt nach der ersten Jura-Klausur nach 10 Jahren. Zieh durch.“
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Lang büffelt „im Zug zwischen Bundestagsausschuss und Wahlkampftermin“
Hart arbeiten und dranbleiben will auch Lang selbst. „Ich will mir auch selbst beweisen, dass ich das durchziehe“, sagte sie der „Bild“-Zeitung über ihr Fernstudium. Es sei gerade in den vergangenen Wochen im baden-württembergischen Wahlkampf herausfordernd gewesen: Lang habe „im Zug zwischen Bundestagsausschuss und Wahlkampftermin“ lernen müssen. Dennoch finde sie ihr Studium „großartig“. Unter ihren Kommilitonen seien Menschen, die schon lange arbeiten, Kinder haben oder auf dem zweiten Bildungsweg studieren, sagte Lang der Zeitung: „Das Fernstudium stärkt also die Durchlässigkeit unseres Bildungssystems und damit auch die Chancengerechtigkeit.“





![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)


