Der Molkereiunternehmer Theo Müller (86) sorgt immer wieder durch seine Beziehung zur AfD für Debatten. Jetzt mischt er sich in die Diskussion zur Regierungsbildung in Baden-Württemberg ein. „Die CDU muss sich nicht kleinmachen und Juniorpartner von Cem Özdemir werden“, sagte der Unternehmer der Zeitung „Welt“. „Sie könnte stattdessen auch mit der AfD regieren oder sich von ihr dulden lassen.“

Müllers Äußerung kommt kurz nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg, die am 8. März stattgefunden hatte. Die Grünen hatten mit 30,2 Prozent knapp Platz eins vor der CDU mit 29,7 Prozent erreicht. Im neuen Landtag kommen aber beide Fraktionen auf jeweils 56 Mandate.

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Offiziell schließt die CDU eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch aus. Eine Fortführung der Koalition aus Grünen und CDU ist derzeit die einzig realistische Regierungsoption. Grüne und CDU regieren in Baden-Württemberg bereits seit 2016 gemeinsam.

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Theo Müller für eigenen CDU-Kandidaten fürs Ministerpräsidentenamt

Innerhalb der CDU wurde nach der Wahl über ein ungewöhnliches Modell nachgedacht: eine Aufteilung der Amtszeit des Ministerpräsidenten. Wahlgewinner und Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir wies den Vorschlag einer Machtteilung aber rasch und deutlich („Quatsch“) zurück. Auch wenn es nur eine Stimme mehr gäbe, wäre klar, wer den Ministerpräsidenten stelle, sagte er.

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Müller, der selbst CSU-Mitglied ist, ist anderer Meinung. „Auf jeden Fall sollte die CDU bei der Wahl des Ministerpräsidenten im Landtag einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken“, sagte er. „Die Wahl ist geheim. Wer dort am Ende wen wählt, weiß niemand. Im Falle eines Sieges könnte die CDU sagen, dass der Respekt vor dem Parlament irgendwelche Spekulationen verbietet.“

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Der Unternehmer äußerte sich auch positiv über den AfD-Spitzenkandidaten in Baden-Württemberg, Markus Frohnmaier. „Was der sagt, hat Hand und Fuß. Ich wüsste nicht, was gegen eine CDU-geführte Landesregierung spricht, die mit der AfD von Herrn Frohnmaier zusammen regiert.“

Theo Müller: Privates Treffen mit AfD-Vorsitzender sorgt für Diskussionen

Es ist nicht das erste Mal, dass Müller mit Äußerungen zur AfD Aufmerksamkeit auslöst. Ende 2023 sorgte er für Gesprächsstoff, als ein Treffen Müllers mit AfD-Parteichefin Alice Weidel in der französischen Urlaubsmetropole Cannes durch einen Bericht der „Bild“-Zeitung bekannt wurde. Einige Wochen später sagte er in einem Interview der „Neuen Zürcher Zeitung“, Weidel sei für ihn „eine Freundin“. „Ich unterhalte mich gerne mit ihr“, meinte der Milchunternehmer. Er betonte aber auch: „Ich bin kein AfD-Mitglied – und ich möchte keines werden.“

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dpa/dw