Es war lange der Dauerbrenner in den Mängelberichten der Wehrbeauftragten: Den Bundeswehrsoldaten fehlt es an Ausrüstung – Schutzwesten, Kampfbekleidung, Rucksäcke kauften sich die Männer und Frauen vor Einsätzen vorsichtshalber auf eigene Rechnung. Vorbei, berichtet nun der Wehrbeauftragte Otte: Ausrüstung gibt es genug, jetzt klagt mancher Soldat, dass es an Schränken für die vielen Sachen fehlt.

Es tut sich also was in der Bundeswehr, seit endlich mehr Geld für die Truppe bereitsteht. Aber nicht alles kommt so schnell an wie neue Kampfbekleidung. Angekündigt ist noch nicht umgesetzt. Damit die Bundeswehr ihre Einsatzbereitschaft in den nächsten drei, vier Jahren wie geplant erreichen kann, braucht es mehr Tempo, mehr Entschlossenheit.

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Ob Bundeswehr oder sozial: Eine Dienstpflicht wäre ein Fortschritt

Viel hängt am Personalaufwuchs der Truppe: Aber ob der wie avisiert mit dem Freiwilligen Wehrdienst zu schaffen ist, ist die große Frage der nächsten zwölf bis 18 Monate. Der Wehrbeauftragte hat recht, wenn er Zweifel äußert und die Idee lanciert, dann statt der Wehrpflicht lieber gleich einen allgemeinen Pflichtdienst einzuführen. Der würde nicht nur für Männer, sondern auch für Frauen gelten.

Kommentarkopf Christian Kerl
Politik-Korrespondent Christian Kerl© ZRB | ZRB

Eine solche Dienstpflicht im Militär oder in sozialen Einrichtungen wäre in vielerlei Hinsicht ein Fortschritt für die Gesellschaft – aber auch für die Bundeswehr. Denn die hat, wie der Wehrbeauftragte zeigt, bislang ein Frauenproblem. Der Anteil von Soldatinnen in der Truppe und erst recht in den Führungspositionen ist noch immer viel zu gering. Da ist noch viel zu tun: Geld ist jetzt da, aber es löst eben auch in der Bundeswehr nicht alle Probleme.