Ursprünglich sollte Lin Lindner schon im vergangenen Jahr für die Linke in den Bundestag einziehen: Im August 2025 hatte die Partei vorgeschlagen, dass Lindner nachrückt – für den Abgeordneten Gerhard Trabert, der aufgrund einer schweren Erkrankung sein Mandat nicht ausfüllen kann. Doch seit Monaten gibt es Probleme.
„Es hat sich herausgestellt, dass die Familie, obwohl sie vom Amtsgericht als rechtliche Betreuer eingesetzt wurde, nicht dazu berechtigt ist, eine Mandatsniederlegung stellvertretend zu erklären“, teilte ein Sprecher der Partei in Berlin mit. Eine persönliche Erklärung durch den Mainzer Abgeordneten sei derzeit allerdings nicht einholbar. Der 69-Jährige hatte mehrere Schlaganfälle erlitten.
Bundestag: Lin Lindner will für erkrankten Linkenabgeordneten nachrücken
„Alle Beteiligten möchten den Mandatsverzicht zeitnah und für alle transparent umsetzen. Wir arbeiten gemeinsam daran, eine rechtssichere und respektvolle Lösung zu finden“, fügte der Parteisprecher hinzu. Man arbeite daran, dass es schnell zu einer Lösung komme – im Sinne von Trabert, seiner Familie und der politischen Verantwortung, die die Partei trage.
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Im vergangenen August hatte die Partei Traberts Erkrankung öffentlich gemacht. „Eine Rückkehr in das Leben, wie es bisher gewesen ist – und das vom Einsatz für die Menschen geprägt war – ist nicht möglich“, hatte die Partei damals aus einem Statement von Traberts Familie zitiert. Die Partei hatte in diesem Zuge Lin Lindner als „starke junge Person“ angekündigt, die das Amt des Mainzer Sozialmediziners übernehmen würde.
Lindner wollte „dem Wort ‚Lindnern‘ eine neue Bedeutung geben“
„Ich freue mich darauf, mit den vielen tollen Menschen in unserer Bundestagsfraktion etwas zu bewegen“, sagte Lindner im vergangenen Sommer. Und weiter: „Ich bin mit dem Anspruch angetreten, dem Wort ‚Lindnern‘ eine neue Bedeutung zu geben – nämlich, die Dinge von Anfang an richtig zu machen. Und das werde ich einlösen.“ Doch das dauert vorerst.
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Lin Lindner kann derzeit nicht an Debatten im Plenum teilnehmen, war in der Vergangenheit nach Angaben der Partei allerdings während der Sitzungswochen in Berlin und als Gast im Parlament, um sich mit den Abläufen vor Ort vertraut zu machen. Auch die aktuellen Debatten innerhalb der Linkenfraktion verfolge Lindner demnach.
Lin Lindner: „Es ist eine nervige Situation“ – Warten auf den Einzug in den Bundestag
Doch Lindner sitzt auf der Wartebank. Die Situation dauere aber nun schon so lange an, dass Lindner sich irgendwie daran gewöhnt habe: „Mein persönlicher Coping-Mechanismus für vieles ist Humor. Es ist so tragisch, ich kann nur noch darüber lachen.“
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Lindner studiert derzeit in Trier im Masterstudiengang Medien und Kultursoziologie, ist im Vorstand der Linken in Trier und sitzt zudem dem Landesvorstand Rheinland-Pfalz bei. Im Februar letzten Jahres hatte Lindner auf Platz drei der Landesliste Rheinland-Pfalz für den Bundestag kandidiert. Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März kandidiert Lindner für die Linke um das Direktmandat im Wahlkreis Trier.
mit dpa






![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)


