Die Reden von Markus Söder (CSU) am politischen Aschermittwoch sind genauso berühmt wie berüchtigt. Und auch in diesem Jahr teilte der bayerische Ministerpräsident kräftig aus, schließlich finden 2026 gleich fünf Landtags- sowie in Bayern Kommunalwahlen statt. Es gibt also genug Zündstoff – und Zuhörer: In der Passauer Dreiländerhalle kamen am Mittwoch 4000 Menschen zusammen, um dem bayerischen Ministerpräsidenten zu lauschen.
Söder lehnt Steuererhöhungen und Aufweichung der Schuldenbremse ab
Zunächst wetterte Söder gegen jegliche Steuererhöhungen: „An der Erbschaftsteuer wird nichts erhöht, das garantiere ich euch!“ Sie sei eine „reine Neidsteuer – da geht‘s um Klassenkampf!“, so der CSU-Chef.
Doch Söder wäre nicht Söder, wenn es dabei geblieben wäre: Im Anschluss nahm er sich die Spritkosten vor. Dabei lehnte er jede Erhöhung kategorisch ab: „Das wird an der CSU scheitern, wir brauchen das Auto auch weiter im ländlichen Raum!“ Weiter ging es mit der Schuldenbremse. „Wir machen keine Aufweichung der Schuldenbremse – es reicht mit den Schulden in Deutschland.“
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Söder attackiert Länderfinanzausgleich und grenzt sich von AfD ab
Wie an jedem politischen Aschermittwoch setzte Söder schließlich zum rhetorischen Kahlschlag an. Der Länderfinanzausgleich sei „die größte Abzocke“, die es anderen Bundesländern erlaube, sich Dinge leisten zu können, auf die Bayern als Zahler verzichten müsse. Es sei Zeit für die Empfängerländer, „beim bayerischen Papa und Mama endlich auszuziehen“. Von der AfD distanzierte sich der CSU-Chef deutlich, Alice Weidel bezeichnete er als „blonden Kühlschrank aus der Schweiz“.
Bei der AfD selbst gab es derweil mehr Verteidigung als Angriff. Markus Frohnmaier, Spitzenkandidat der AfD bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg, spielte auf die Vorwürfe der Vetternwirtschaft innerhalb seiner Partei an und tat sie als Medienkampagne ab. Bei der Einstellung von Personal in den Büros der Abgeordneten komme es einzig und allein darauf an, wer individuelle Eignung mitbringe: „Und das tut es in ganz, ganz vielen dieser Fälle.“
Grüne spotten über Söder und Merz – Kritik an Politikstil und Frauenbild
Die bayerischen Grünen nahmen auf ihrem politischen Aschermittwoch in Landshut direkt Bezug auf Markus Söder. Landtagsfraktionschefin Katharina Schulze etwa sagte, sie habe manchmal das Gefühl, auf der Tagesordnung des Kabinetts im Landtag stünden immer genau zwei Punkte: „Erstens: Nützt es was dem Maggus? Und zweitens: Was gibt es danach zu essen?“

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge zog mit und verspottete Bundeskanzler Friedrich Merz als „Meckerfritze im Kanzleramt“. In ihrer Rede nahm sie vor allem sein Frauenbild aufs Korn, das irgendwo zwischen „Sisi“ und „Dinner for One“ stehen geblieben sei. Merz stelle für sie das „Windows 95“ der deutschen Politik dar: „ein Betriebssystem, für das es kein Update mehr gibt und das man aus Sicherheitsgründen besser nicht mehr ausspielen sollte“.
mit dpa/afp



![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)


